11 gang haſt als mit dem einen oder dem andern Kunden
Deiner Mutter. Heiratheſt Du dagegen mich und läßſt
die jungen Laffen laufen, welche doch nur ihren Spaß mit Dir treiben, ſo kannſt Du ein Haus machen ſo gut als irgend Eine. Du kannſt zuweilen, gleichwohl nicht zu oft, das ſage ich Dir vorher, aber doch hie und da eine Spazierfahrt im Thiergarten machen. Du kannſt auch ein Mal ein Billet auf die dritte Gallerie in der Oper nehmen, kannſt dann und wann in das Konzert gehen, und ein paar Mal im Sommer eine Fahrt auf dem Dampfboot machen. Was meinen ganzen Vorrath von Zeug, Pelzwerk und dergleichen mehr betrifft, ſo ſollte ich meinen, daß genug davon da iſt, um Dir zu einer prächtigen Toilette zu verhelfen. Auch werde ich nicht entgegen ſeyn, wenn Du ein paar Mal im Jahre Deine Verwandte zuſammen bitten willſt, wenn im Fall Du ſonſt haushälteriſch, ſparſam und ordentlich biſt, denn auf ſolche Tugenden halte ich am meiſten. Mein Vor⸗ ſchlag wird jedenfalls des Bedenkens werth ſeyn,— oder wie?“
„Ach ja, das iſt er ſchon— namentlich da....“ dieſe Zugeſtändniſſe ſich ſammt und ſonders ſchon erwei⸗ tern laſſen werden,“ dachte Liſa bei ſich, ſetzte aber laut hinzu,„namentlich da, wie ich glaube, ſich Niemand beſ⸗ ſer auf Sie verſteht, Oheim, als ich, und Niemand ihre kleinen Eigenheiten und Liebhabereien ſo genau kennt. Auf jeden Fall iſt es aber doch ein gräulicher Vorſchlag — ein Vorſchlag, der viel Bedenkzeit und einer genauen Erwägung bedarf! Sie ſind ſo alt, Oheim, und ich möchte mich über die ganze Sache todtlachen, wenn ſie nur nicht ſo ſchrecklich ernſthaft wäre. Mein Gott, dann müßte ich ja Du zu Ihnen ſagen, mein lieber Laßman, liebſtes Männchen, Herzens⸗Alterchen u. ſ. w. Ach nein, das wäre gar zu kurios! Und trotz dem, daß es„eine ſo ſchreck⸗ lich ernſthafte Sache“ war, lachte Liſa aus vollem Halſe, bis ihr die Thränen in die Augen traten.
Dieß verdroß aber unſern guten Kammerer und er


