Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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dert und ganz verlegen hervorkroch; mit ſo vlel Gei⸗ ſtesgegenwart, als ihm noch geblieben war, geſtand er, daß Alles nur ein kleiner Witz von ihm geweſen ſey, er habe den Spaß machen und Mamſell Sabine erſchrecken wollen.

Sabine war bei dem erſten Anblick des Kammerers auf's Neue in Ohnmacht gefallen. Sophie weinte un⸗ aufhörlich und betheuerte, daß ſie ſo unſchuldig ſey, wie ein neugebornes Kind. Aber auf dem Geſichte des Probſts malte ſich deutlich die unterdrückte Wuth.

Schoͤner Spaß! ſagte er.Es iſt indeſſen gut, daß Du erklärſt Sabine und nicht Sophien geſucht zu haben. Wir haben Dich auch allein mit Sabinen ge⸗ funden, ihr guter Ruf iſt dahin und Du wirſt Dich hofſentlich nicht beſinnen, ihr und mir die einzige Schad⸗ loshaltung zu geben, welche Du zu geben im Stande biſt, und welche wir mit Recht erwarten dürfen.

Ja, meine Chre, mein ehrlicher Name, mein guter Ruf iſt auf ewig dahin! ächzte Sabine und fuhr heftig aus ihrer Ohnmacht auf.Ich armes Geſchöpf allein in der Kammer hat man mich mit ihm ge⸗ ſunden, mit dem gefährlichen Menſchen, der mir ſolche Schlingen gelegt hat!

Der Kammerer deklarirte, dieß ſey ein völliges Mißverſtändniß, denn die Magd ſey dabei geweſen und außerdem auch nicht der geringſte Schaden geſchehen.

Du ſcheinſt die Sache ziemlich leicht zu nehmen, Herr Bruder! verſetzte der Probſt.Allein ich will hoffen, daß Du nicht in mein Haus gekommen biſt, um meine Tochter ins Gerede zu bringen! Gebt einander die Hände, dann können wir heute Abend zwei Verlo⸗ bungen feiern, denn ich heirathe die Sophie!

Wäre es nicht ſo ein verzweifelt kitzlicher Augen⸗ blick geweſen, ſo hätte Sabine ohne Weiteres abermals in Ohnmacht fallen müſſen. Sie ſah aber jetzt die

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