Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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ſieht, ein Mäuſeneſt oder vielleicht ein paar Schlangen. Bei den letzten Worten grinste Sabina auf eine Weiſe, welche ſelbſt der Probſt nicht zu enträthſeln wußte.

Sollte denn wirklich ein Mäuſeneſt unter dem Faß ſeyn? fragte er Sophien.

Gott bewahre! rief Sop hie ſchluchzend,ich ſchwöre darauf, daß keine einzige darunter iſt. Sie lügt, ja das thut ſie!

Was ſagſt Du, Du ſchlechtes, freches Weibsbild! Du ſagſt, ich lüge? Mit dieſen Worten hielt die hei⸗ lige Sabine der erſchrockenen Sophie die geballte Fauſt unter die Naſe.

Ruhig, ihr Weiber! ſagte der Probſt vermittelnd. Was ſoll das für ein Spektakel um ein paar Mäuſe ſeyn! Er rückte an das Faß.Gebt mir einen Ste⸗ cken her, ich will ſogleich den Teufel austreiben!

Um Gotteswillen, rühren Sie das Faß nicht an! kreiſchte Sophie und faßte den Probſt am Arm.Glau⸗ ben Sie mir nur dies einzige Mal und gehen Sie es ſind keine Mäuſe darunter, nicht eine einzige!

Nun, was denn ſonſt? fragte der Probſt, in ei⸗ nem Tone, der nichts weniger als ſpaßhaft klang.

Ach, ſicher etwas, das ſich nicht gerne ſehen läßt! lachte Sabine höhniſch, welche bei der offenbaren Angſt Sophiens nicht im Geringſten mehr zweifelte, was ſie zu ſehen bekommen würden.Scht einmal, ſteht ſie nicht da, ſo roth wie ein gekochter Krebs, und ſchämt ſich faſt zu Tode! aber damit iſt es nicht abgethan, nein, wahrlich nicht! Nein, Kirchenbuße muß ſie thun, und vielleicht noch etwas Schlimmeres, wenn es erſtickt iſt.

Sabine, Teufelsweib, halt' Deine giftige Zunge im Zaum! donnerte der Probſt.Ich ſage vorher, Sophie iſt unſchuldig und rein wie der Schnee! und mit dieſen Worten hob er das Faß in die Höhe, aus deſſen Bauch der Kammerer über und über eingepu⸗