Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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die Seinige war, dann konnte er ihr ja immer noch das Undelikate ihres Benehmens vorhalten dieß mußte ſie dann mit tiefer Reue erfüllen, und das Bewußtſeyn ihres Unrechtes nothwendig ein neuer Grund zu noch lebhafterer Zäͤrtlichkeit und Dankbarkeit gegen ihn ſeyn.

Während dies Alles in des Kammerers Kopf vor⸗ ging, hob er nach und nach das Faß in die Höhe und war gerade im Begriff, ſeine unbequeme Stellung aufzu⸗ geben, als er leiſe Tritte hoͤrte.Nun kommt ſie, ſie hat ſich beſonnen, ſie will meine Frau werden, das En⸗ gelkind! Mit dreißig Thalern Banko im Monat kom⸗ men wir herrlich aus! Er war im Begriff der Kom⸗ menden in die Arme zu rennen, als ein paar Worte, welche außerhalb der Thüre geſprochen wurden, ihn noch zu rechter Zeit zurück hielten. Es war Sabinens Tau⸗ benſtimme, jedoch gellender als gewöhnlich. Schneller dsr e Gedanke war der Kammerer wieder unter ſeinem Faß.

Ja, da iſt ſchön aufgeräumt! daß Gott erbarm'! ſagte Sabina zu der Magd, welche bei ihr war.Al⸗ les drunter und drüber! Wenn dieß meine ſelige Mutter wüßte, ſie drehte ſich im Grabe um. Und mein Vater ſieht nicht einmal, daß dieſe ſündige, liſtige Schlange, welche er wie ſein eigen Kind hält, ihn ruinirt. O Jammer und Elend! Seine Augen ſind geſchloſſen, aber die meinigen find offen. Stina, Du Kuh, ſtehe nicht ſo da, und ſperre das Maul auf, ſondern hol' mir dort das Säckchen Majoran von der Wand! Ich muß Nils Ols⸗ ſons krankem Buben eine Salbe für ſein wundes Bein kochen. Na, kannſt Du das Säckchen nicht herunter bringen? Biſt Du denn nicht ſo geſcheidt, daß Du das Faß ein paar Schritte weit hinſchiebſt und hinauf ſteigſt? Aber ſo ſeyd Ihr! Gerade wie Euere ſchoͤne neue Haus⸗ frau, nichtsnutzig und faul, zu Allem muß man Euch

treiben! Vorwärts, rühr' Dich ſchiebe das Faß an die Wand, ſag' ich.

⏑☛2 ne12z

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