Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Liebe Sophie, ich weiß nicht, ob dieß Spaß oder Ernſt ſeyn ſoll jedenfalls iſt es aber Unrecht, wenn Du aus Gefallſucht den Kammerer abhältſt, mit Sa⸗ binen fertig zu machen. Denn, merk' wohl auf meine Worte, Kind, wenn wir den Bafilieken los ſind, ſo hei⸗ rathe ich Dich, wenn es auch gleich noch kein Jahr iſt, daß ich mein anderes Hauskreuz vom Halſe habe. Und dann, mein Sophiechen, wenn Du einmal Probſtin zu Warlunda biſt, dann will ich ſehen, wer Dir den Rang abläuft! Bei allen Viſiten biſt Du ohne Ausnahme die erſte von allen Pfarrersfrauen, und Kleider ſollſt Du haben, ſo ſchön und ſchöner noch als die Baronin auf Ramshulta.

Ach, wie reute es jetzt die arme Sophie, ſich ſo weit mit dem Kammerer eingelaſſen und ihn gar noch unter das Faß geſperrt zu haben! Gewiß hatte er jedes Wort gehoͤrt! aber da war nicht zu helfen. Sie wußte nun, was ſie wußte. Gleichwohl mußte ſie ihrer Sache ganz gewiß feyn, deßhalb fragte ſie ſchüchtern:

Wenn aber der Kammerer Sabinen nicht will, wie wird es dann?

Ja, dann iſt es freilich fatal.

Herr Gott, wenn ich das voraus hätte wiſſen kön⸗ nen, ich würde ja die Sabine zu einem Engel gemacht haben! O, wie konnte ich nur ſo dumm, ſo kurzſichtig, ſo blödſinnig ſeyn! Sie machte ſich die größten Vor⸗ würfe, daß ſie durch ihre Freundlichkeit gegen den Kam⸗ merer offenbar ihr Glück verzögert habe, den großen Triumph, ſich eben ſo prächtig zu kleiden, wie ſelbſt die Baronin auf Ramshulta.

Mach' kein ſo trübſeliges Geſicht, mein Kind! ſagte der Probſt.Ich merke ſchon, daß Du nichts ge⸗ gen meinen Vorſchlag haſt; ich habe noch keineswegs die Hoffnung aufgegeben, daß es ſich mit Sabinen nicht noch machen ſoll. Ich will, heute Abend noch, dem