Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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hatte, da ſie ſich ſo ungefügig zeigen konnte. Aber er ſtack nun einmal drunter und mußte auch ſtecken bleiben, wenn er ſich nicht durch ſein Hervorkriechen lächerlich machen wollte und dieß fürchtete der Kammerer ſtets am meiſten.

Während der Kammerer unter ſeinem Mehlfaſſe ſich allerlei Gedanken machte, ſtoͤberte der Probſt in der ganzen Speiſekammer umher, blieb endlich in der Nähe des Käfichs ſtehen, und ſagte in ſanftem Tone:Alles iſt ganz hübſch in der Ordnung, meine fleißige Sophie! Ich bin wohl zufrieden mit Dir, nur eins will mir nicht gefallen, mein Kind.

Und das wäre? fragte Sophie, und ihre Stim⸗ me zitterte ein wenig.

Du dahlſt mir zu viel mit dem Kammerer. Er iſt, mußt Du wiſſen, wegen der Sabine da, und ich habe in der That mehr auf Dich gehalten, als daß ich glau⸗ ben könnte, Du wollteſt einer Andern ihren Freier weg⸗ ſchnappen.

Ach, was das betrifft, verſetzte Sophie etwas verſchnupft, und mit einem eigenliebigen Lächeln,daß er Sabinens Freier iſt, möchte denn doch wohl noch nicht ſo ganz gewiß ſeyn.

Nun, um wen ſollte er denn freien? fragte der Probſt mit ſchlecht verhehltem Erſtaunen.Doch nicht am Ende gar um meine kleine Haushälterin?

Ich ſage nichts, aber eins kann ſo gut ſeyn, als das Andere, wenigſtens für Einen, der keinen beſſern Geſchmack hat.

Aha, pfeifſt Du aus dem Tone? Ja, ja, ich konnte mir's denken. O Weiber, Weiber! Der Kammerer hockte ganz ſelig unter ſeinem Faß. Aber er hörte nur, er ſah nicht, wie der Probſt Sophien an das runde Kinn griff, ihr das Köpſchen in die Höhe hob, und ſie höchſt zärtlich anblickte.