Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

234

und Holz ungerechnet, dreißig Thaler Banko des Mo⸗ nats zu verzehren. Ich denke, damit laͤßt ſich ſchon aus⸗ kommen, denn da eine kluge Hausfrau ihre Einkäufe ſelbſt macht, kann ſie am Heumarkt und am Kornhofen ihre Küchenvorräthe wohlfeiler haben aber was mei⸗ nen Sie dazu, vortrefflichſte Frau?

Das kann ich nicht wiſſen, es mag aber wohl ſo ſeyn, wie Sie ſagen, Herr Kammerer, antwortete Frau Sophie mit merkbaren Zeichen von Ungeduld und offenbar verwundert über die weitläufige Einleitung, wohei übrigens die eigentliche Werbung ganz und gar auf der Selte liegen blieb.

Ja, es iſt in der That auch ſo. Aber um auf die Hauptſache zu kommen, frage ich Sie jetzt offen und ohne Umſchweife, ob Sie, ſo jung und liebens⸗ würdig Sie ſind, den Antrag eines alten Mannes an⸗ nehmen und mir nach Stockholm folgen wollen ver⸗ ſteht ſich als meine Frau?

Frau Sophie, welche in beſtändiger Furcht und mit dem Ausdruck großer Spannung ihre Augen auf das Fenſter gerichtet hatte, ſchien keineswegs mit ihrem Jawort ſo ſchnell bei der Hand zu ſeyn, als der Kam⸗ merer ſich einbildete. Nein, Frau Sophie hatte auch ihre heimlichen Plänchen, welche ſich aber wahrſchein⸗ lich nicht auf den Kammerer bezogen. Die junge Pfar⸗ rerin war indeſſen noch nie über drei Meilen Wegs von ihrer Heimath weggekommen und eine Wohnorts⸗ veraͤnderung nach Stockholm kam ihr gleich⸗ bedeutend mit einer Auswanderung in die neue Welt vor. Sie hatte nicht das geringſte Vertrauen zu der lieben Hauptſtadt, und als ſie der Sache näher nach⸗ dachte, was ſie ſo hie und da zu thun pflegte, ſo kam ſie zu dem Reſultat:daß ſie ja gar nicht wiſſe, was der Kammerer eigentlich für Einer ſey, das will hei⸗ ßen, Vogel oder Fiſch. Wo ſtand geſchriehen, daß er