Magd beim Schopf hatte. So wie er ſie damals geſe⸗ hen, ſah er ſie auch in der Zukunft und ſich ſelbſt, mit Furcht und Zittern, in der unbehaglichen Stellung. Kurz, Sabina war jetzt ſein Schrecken und ſein ganzes Sinnen und Trachten ſtand nach der niedlichen Sophie.
„Nun ſo komm, komm nur! Ich ſehe ſchon; gerade wie ich geſagt habe: Du biſt zu ſchüchtern, Herr Bruder!“
„Nein, nein, gerechter Gott, das iſt's nicht— ich bin noch nicht entſchloſſen, obſchon ich ein Mal daran gedacht habe! Sie iſt ſo, Gott verzeih' mir’s, daß ich es ſagen muß— ſo teufelhaft! Ja, nun iſt's heraus— ich habe ſelbſt geſehen— aber ſieh, Herr Bruder, da kommen Fremde!“ Unſer armer Kammerer fiühlte ſich unausſprechlich erleichtert, daß er den Kopf aus der Schlinge ziehen konnte— denn der Steuereinnehmer fuhr ſo eben zum Thore herein.
Wir wiſſen nicht, wohin der Probſt den Steuer⸗ einnehmer wünſchte; ſoviel iſt aber gewiß, daß unſer Kammerer, nachdem er wieder zu Athem kam, den Ent⸗ ſchluß faßte, ſich nicht mehr verblüffen zu laſſen, ſondern die Sache von der ernſthaften Seite, kalt zu nehmen, und die heilige Sabina in Zukunft nur mit abgemeſſener Hoͤflichkeit zu behandeln, denn er fühlte von nun an einen förmlichen Widerwillen gegen ſie.


