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haben. Ihre Gießkanne im Arme lief ſie fort und als Belohnung ihrer Folgſamkeit lächelte ihr der gnädige Ge⸗ bieter freundlich zu.
„Wirklich eine charmante Perſon!“ rief der Kam⸗ merer aus und war außer Stand, den angenehmen Ein⸗ druck zu verbergen, welchen ſeine neue Bekanntſchaft auf ihn gemacht hatte.
„Ach ja, ſie iſt recht brav und ich kenne nur Einen Fehler an ihr, der iſt aber auch hinreichend genug! Sie iſt etwas zu verſchwenderiſch. Wenn früher eine Tonne Roggen einen Monat lang reichte, ſo brauchen wir jetzt alle drei Wochen eine!“
„Was ſagſt Du, Herr Bruder?“ rief der Kammerer in ſichtbarem Schrecken aus.„Eine Tonne Roggen reicht nicht weiter als drei Wochen?”“
„Keinen Tag weiter! Sophie iſt zu gut, ſie kann Niemand darben ſehen, ſondern gibt ſtets mit vollen Händen. Es können ein— zwei— drei Bettler kom⸗ men— ſie ſchneidet ein Stück Brod um das andere ab, weint auch noch dazu, und iſt im Stande, ſo lange her⸗ zugeben, als noch irgend Etwas da iſt. Deßhalb iſt ſie auch mit ihrem Mann auf keinen grünen Zweig gekom⸗ en Die„Bettelweiber“ hingen immer wie Blutegel an ihr.“
„Das wäre der Teufel!“ Der Kammerer nahm es ſich ſehr zu Herzen. Die hübſche Pfarrwittwe war in den letzten drei Tagen in der allerſchoͤnſten Heimlichkeit die Gebieterin des Triangels und ſeines Herzens geweſen; aber nun bekam plötzlich ſeine Hoffnung einen Stoß, welcher ihm durch Mark und Bein ging, denn Bettel⸗ weiber waren ihm ein Gräuel und Verſchwendung in den Tod zuwider.
„Ja, ſo iſt's!“ ſagte der Probſt und ſtrich ſich ver⸗ gnügt den Bart. Der glückliche Erfolg ſeiner Rede, welcher ſo deutlich auf des Kammerers gerunzelter Stirne geſchrieben ſtand, hatte ſchuell die gute Laune des geiſt⸗


