und Sie Nilch auch den zum Gott ieder mein acht, ver⸗ eiſter
ſelber
gewe⸗ llters
223
her, daß ich in die Blumen verliebt bin. Mein armer Ternſtroͤm brachte ſie richtig Abends in der Hand nach Hauſe; es hat mich in der That gewundert, denn er war unterwegs bald da, bald dort bei einem guten Freund ein⸗ gekehrt und hatte ein bischen ins Gläschen geguckt. Es iſt nicht gut für einen ſo armen Pfarrer, wenn ihm der Verſucher zu oft ein Bein ſtellt. Da ruft Einer, dort wieder ein Anderer aus dem Fenſter, Jeder will mit Et⸗ was aufwarten— trotz dem Allem kamen aber meine Roſenſtöckchen glücklich heim, ich ſetzte ſie und ſie wuchſen wie die Weiden. Als ich mein Pfarrhaus verlaſſen mußte, weil ich Wittwe geworden war, nahm ich ſie mit hieher. Ich ſtehe manchmal Abends davor, wenn die Sonne un⸗ tergeht und ſchaue ſie an. Sie erinnern mich an manche liebe gute Stunde, wo mein ſeliger Ternſtröm und ich mit einander ſo ſtanden und unſre Freude daran hatten ... Ich dachte damals nicht und er auch nicht, daß es ſo bald vorüber ſeyn ſollte— aber der Menſch denkt und Gott lenkt!“—
Sophie ſeufzte und wiſchte ſich mit dem Schürzen⸗ zipfel eine Thräne aus dem Auge.
„Den großen Nelkenſtock hat mir die Küſtersfrau, die brave Alte, von Anders Perſon im Wieſenthal unten verſchafft. Wenn's gleich nur Bauern find, ſo dürfen Sie es doch glauben, Herr Kammerer, Blumen haben ſie rarer noch als die Majorin auf Lindsby, ja, und Ro⸗ ſen, noch koſtbarer als im Pfarrhaus zu Ramshulta, wo ſie ſo vornehm aufgezogen werden, daß gar Glasfenſter darüber ſind! Aber gerechter Gott, meine ſchönen großen Pfingſtroſen habe ich ja ganz und gar vergeſſen! Der Stock ſtand an meinem Geburtstage, Morgens in aller Frühe, in meiner Stube auf dem Tiſch. Ich hab es die Sabina nie wiſſen laſſen mögen, ich glaube, ſie wäre im Stande geweſen und hätte mir die Augen ausgekratzt. Ihnen darf ich's aber ſchon im Vertrauen ſagen, daß ich ſie von Herrn Magiſter Bagge habe. Das war doch gewiß hübſch von ihm, nicht wahr?“


