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Pfeife und ging in den Garten hinab, wo der Kammerer neben der hübſchen Sophie niedergebückt, mit angelegent⸗ licher Aufmerkſamkeit ihr zuhörte, wie ſie ihm die Ge⸗ ſchichte jeder einzelnen Blume erzählte. Ein Botaniker hätte freilich keinen großen Werth auf Sophiens Mit⸗ theilungen gelegt; denn Botanik waren dem armen Kind böhmiſche Doͤrfer; die Grzählungen von dem Urſprunge ihrer Blumen waren ganz anderer Art und die Biogra⸗ phien lauteten ungefähr ſo:
„Was meinen Sie, Herr Kammerer, iſt die hübſche Levkoje da nicht gar zu lieb? Man kann ſich nicht ſatt daran ſehen. Sle müſſen wiſſen, ich habe ſie als Ab⸗ leger bekommen, als ich vor einiger Zeit— halt, wann war es denn— im Mai, nein Ende Aprils war es, wo ich auf dem Herrenhof zu Ramshulta geweſen bin. Mein Vetter iſt Inſpektor dort; der hat mir auch die Aurikeln dort gegeben, da wird es aber nicht viel mit werden. All' die Tauſendſchönchen, die gelben und die weißen, habe ich gegen Pfingſtnelken von der Majorin auf Lindby eingetauſcht— das iſt eine liebe, charmante Frau und ſo gutmüthig und wohlthätig! Damals als mein ſeliger Ternſtröm noch lebte und es uns hie und da etwas knapp ging, hat ſie mir— das brauchen Sie übrigens weiter Niemanden zu ſagen— gar oft Milch und Mehl, Fleiſch und Speck geſchickt, ja ſogar auch mit Saatkorn half ſie uns zuweilen aus, wenn wir den Winter über Alles aufgezehrt hatten und Nichts zum Säͤen übrig blieb. Jeder Menſch hat ſeine Plage. Gott Lob, wenn es genug geregnet hat, kommt auch wieder Sonnenſchein!..Die zwei Roſenſtöckchen hat mein
ſeliger Ternſtröom vom Pfarrhof zu Arvedel mitgebracht,
als er ein Mal für den Probſt predigte, wie dieſer ver⸗ reist war; in der Filialkirche mußte der Schulmeiſter
eine„Vermahnung“ leſen. Die Probſtin hat ihm ſelber
belde Stöckchen gegeben, zum Dank, daß er ſo gut gewe⸗ ſen und ausgeholfen hatte;— ſie wußte wohl von Alters


