Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Ja ich weiß, daß Du meinen Wunſch theilſt, wundre mich nicht im geringſten darüber. Wenn ein Mädchen bis in die fünfunddreißig gekommen iſt, ohne noch einen einzigen Freier gehabt zu haben, ſo iſt es billig, daß ihr ewiges Geſeufze auch ein Mal ein Ende nimmt.

Bater! Sabina hob ihre Augen zur Stubendecke empor; es ſah aus, als wolle ſie den Himmel zum Zeu⸗ gen einer ſo ungerechten Beſchuldigung anrufen.

Hör', liebe Sabina, auf die Worte kommt es uns nicht ſo genau an, wenn nur die Abſicht dabei gut iſt, und das iſt ſie. Was ſagſt Du zum Kammerer Laß⸗ man? um das Kind bei dem rechten Namen zu nennen.

Ja ach ja. Da Sabina nun ganz gewiß war, daß der Kammerer bei dem Vater um ſie angehalten habe denn ſonſt hätte ſich dieſer nicht ſo äußern können wollte ſie ihren Triumph auch vollſtändig genießen. Sie wollte zeigen, daß es ihr keineswegs ſo ſehr um einen Mann zu thun ſey, deßhalb dehnte ſie ihr ſeufzendes ach ja und ſetzte etwas ſchleppend hinzu: Ich habe übrigens keine Luſt zu heirathen, gar keine, lieber Vater.

Du wirſt Dich ſchon beſinnen, entgegnete der Probſt, wenn wir erſt ſo weit ſind, daß es ſich ernſtlich darum handelt, das heißt, wenn er um Dich anhält.

Hat er dieß denn noch nicht gethan? platzte Sa⸗ bina heraus und plötzlich ſiel ihre lange dürre Figur zuſammen wie ein Taſchenmeſſer. Faſt wäre ſie zu Boden geſunken, ſo haſtig ergriff ſie der Schmerz fehl⸗ geſchlagener Hoffnung.

Potz tauſend, ſo übel wird Dir, liebe Sabina? ſagte der Probſt mit einem boshaften Lächeln.Du ſagteſt ja vorhin, daß Du nicht die geringſte Luft zum Heirathen hätteſt. Und da ich nun einſehe, wie Un⸗ recht ich Dir that, wenn ich der Meinung war, Du ſehnteſt Dich nach einem Mann, ſo werde ich jetzt auch kein Wort mehr ſagen, um Dich, gegen Deine Neigung,