Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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an Sophiens Unterhaltung fand, als an der kalten und abgemeſſenen Kernſprache der heiligen Sabina.

Für Sabina kam nun eine bittre Zeit. Von ihrem Fenſter aus mußte ſie oft ſehen, wie der treuloſe Kam⸗ merer, welcher ſie jetzt floh, ſie, die ſchon ſo große An⸗ ſprüche auf ihn hatte, und um Sophien herumtrippelte, ſogar die Gießkanne ihr zu tragen ſich erbot.

Alles, Alles, ſeufzte ſie eines Abends, als ſie hinter den Jalouſien ſtehend, zuſehen mußte, wie die Courmacherei offenbar zu ſtark wurde,Alles überſieht und verläßt mich um ihretwillen! Es that Sabina im Herzen weh, ſie preßte die Hände dagegen und ſchaffte ſich dadurch einige Linderung, daß ſie ein paar Blumen⸗ ſtöcke, welche ihr Sophie zum Geburtstag geſchenkt hatte, ausriß und auf den Boden warf.

Ihr Stiefvater, welcher gerade über den Vorplatz ging, glaubte ein unterdrücktes Schluchzen in Sabinas Zimmer zu hören und trat herein:Was fehlt Dir? fragte er und ſein Blick ſiel von ihr auf die am Boden umher liegenden Blumen.

Ach, ich bin ſo ärgerlich darüber, antwortete ſie mit einem Ton, welchen der Probſt wohl kannte.Da ſieh nur her, Vater, die abſcheuliche Katze muß im Zim⸗ mer geweſen ſeyn und hat mir alle meine ſchoͤnen Blu⸗ mentöpfe umgeworfen..

Die Katze wußte wohl, was ſie that, ſie kannte Deinen Geſchmack, meinte der Probſt.Aber, liebe Sabina, da wir zufällig ſo allein ſind, will ich die Ge⸗ legenheit benutzen und etwas Wichtiges mit Dir reden.

Etwas Wichtiges? wiederholte Sabina in Ge⸗ danken und hätte beinahe vor Freude laut aufgeſchrien. Gewiß hatte der Kammerer, ja, es konnte gar nicht fehlen, gewiß hatte er ſich bereits gegen ihren Vater roklärt. Ach, ſie hatte ihn verkannt; nur ſeine Schüch⸗ ternheit, ſeine eigene Strenge gegen ſich hatte ihn

Kammerer Laßman I. 15