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in der That magerer geworden war, aß mit herzlichem Appetit. Der Probſt fand den gebratenen Fiſch ausge⸗ zeichnet ſchmackhaft und der Kammerer, wir können es nicht verſchweigen, konnte, Trotz dem, daß er wie gewöhn⸗ lich das Glück hatte, neben Sabina zu ſitzen, nicht um⸗ hin, der Köchin alle Ehre zu machen.
Sabina ſchwieg während des ganzen Abendeſſens; von Zeit zu Zeit ließ ſie ihre Augen mit einer Miſchung von Furcht und Abſcheu von dem Kammerer auf So⸗ phien fallen. Der Ausdruck ihres Geſichtes ließ ſchließen, daß ſie die Furcht plagte, auch ihre neue Eroberung möchte ihr von der verhaßten Haushälterin abſpenſtig ge⸗ macht werden.
Nach der Heimkunft der Frau Ternſtröm begann ein bei weitem beſſeres und muntereres Leben im Pfarrhauſe. Sie nahm viel Rückſicht auf den Kammerer, entweder weil es in ihrer Natur lag, gegen Jedermann zuvorkom⸗ mend zu ſeyn, oder weil ſte merkte, daß ſie Sabina damit ärgerte; genug ſie machte ſich bald auf eine höchſt ein⸗ fache und natürliche Weiſe mit ſeinem Geſchmack und ſei⸗ nen Gewohnheiten bekannt, welchem ſie dann zuvorkam, ohne daß er nur zu wünſchen brauchte. Ihr munterer ländlicher Geſang, mit welchem ſie ihre Arbeit begleitete, lautete ganz anders als die Grablieder, welche aus Sabi⸗ nas hohler Bruſt klangen. Allein das war noch nicht Alles, Frau Sophie hatte auch noch ein weiteres Verdienſt, welches für Einen, der Sinn dafür hatte, gar nicht ſo unangenehm war: ſie konnte nämlich ſchwatzen, aus Her⸗ zensgrund ſchwatzen über— Nichts.
Wenn ſie Abends mit ihrer Gießkanne nach dem Garten wanderte und ihre Blumenbeete begoß, ſo kam ſie dem Kammerer, welcher ihr ſchnurſtracks getreulich folgte, als das non plus ultra häuslicher Anmuth vor. Es iſt nicht zu leugnen, der Kammerer bewies ſich etwas flatterhaft in ſeinem Geſchmack, wenigſtens müßte man auf die Vermuthung kommen, daß er mehr Vergnügen
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