Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Sovlel Fleiß und Thätigkeit findet ſich ſonſt kaum bei zehn Weibern zuſammengenommen.

Warum hat ſie denn aber nicht ſchon längſt einen Mann?

Daran iſt ſie ſelbſt ſchuld. Du wirſt hoffentlich nicht glauben, Herr Bruder, daß ihr nie ein Antrag gemacht worden ſey. Liebſter Himmel, wenigſtens Einer jedes Jahr; aber ſie iſt zu wählig, die arme Sabine. Sie will nur Einen, der ihr gefällt, und bisher hat noch keiner ihr Herz zu gewinnen gewußt.

Und doch ſieht ſie ſo mild, liebreich und hinge⸗ bend aus.

Chriſtliche Milde, Herr Bruder, chriſtliche Liebe und Ergebenheit! Ja, ſo iſt ſie; aber weltliche Liebe iſt ihr bisher fremd geblieben.

Da wird ſie wohl auch ſchwer zu gewinnen ſeyn, ſagte der Kammerer; gleichſam im Allgemeinen.

O, es kömmt nur darauf an, wie man es an⸗ fängt. Mit etwas Vorſicht und Klugheit laſſen ſich auch die ungefügigſten Weiber beſiegen. Allein dieß iſt eine Sache, welche Dich nicht beſonders intereſſiren kann, Herr Bruder. Was ſagſt du aber zu dem ſchönen Kleeſtück da?

Unſer Probſt war ein ſchlauer Mann. Er ſprach weder heute noch den folgenden Tag irgend von Saͤbi⸗ nens Vorzügen, noch weniger vom Heirathen, verſäumte aber natürlich keine Gelegenheit, ſeine Tochter ſtets in das hellſte Licht zu ſtellen.

Der Kammerer ſchwieg ebenfalls; es wurde ihm aber immer enger um's Herz, ihn überkam nämlich eine gewiſſe, früher unbekannte Angſt. Es war ihm als ſey Mamſell Sabine Laurentia Ingelgren ihm vom Schickſal, oder vielmehr von dem Herrn ſelbſt zur Begleiterin durch das Leben auserſehen. Nichts deſto weniger fühlte er Etwas in ſeinem Innern, das ſich dagegen ſträubte. Der arme Mann! ihm bangte vor Sabinens Tauben⸗

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