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und Nacht anſchaulich vor des Jünglings weitausgrei⸗ fender Einbildungskraft ſtanden. Die plötzlich auf ihn einſtürmende Armuth, eine Bürde, vor welcher ihn bis⸗ her die mütterliche Schwachheit ſorgfältig bewahrt hatte, machte ſeinen bisherigen Gewohnheiten ein höchſt unan⸗ genehmes Ende. Allein bei dem Gedanken an all' die Einſchränkungen, welchen er ſich nun zu unterwerfen gezwungen war, litt er bei weitem weniger als bei der Furcht, ſein Unglück könnte die Verachtung und den Spott ſeiner Kameraden erregen, welche er durch beſtändige Hindeutungen auf ſeine Ueberlegenheit ſammt und ſonders zu Feinden gemacht hatte. Dieſe Furcht war auch nicht ungegründet: es bildeten ſich allerlei Parteien gegen ihn, oft mußte er unter der beißenden Spottluſt leiden, welche ſich ſtets auf den wirft, dem nicht dieſelbe Waffe zu ſeiner Vertheidigung zu Gebot ſteht. Allen ſolchen Aus⸗ fällen ſuchte er kalte Verachtung entgegenzuſetzen; er wollte ſich zwar überzeugen, als ob er dieſe wirklich hege, aber ſein empfindliches Gemüth fühlte doch jeden Stich tief und ſchmerzlich, und hätte er ſo viel phyſiſche Kraft gehabt, als er Feuer beſaß, wäre er ſicherlich ein ge⸗ waltiger Raufer geworden— unter bewandten Umſtänden zog er aber vor, den fünfzehnjährigen Philoſophen zu ſpielen.
Allein er hatte bisher nur erſt ein ganz ſchwaches Vorgefühl von Dem gehabt, was ihn erwartete. Nach ein paar Monaten ſetzte ihn ſein Vormund in Kenntniß, daß er ihn nur noch mit den erforderlichen Büchern und den nothwendigſten Kleidungsſtücken ferner zu verſehen im Stande ſey, deßhalb habe er durch den ſtets überall hülfereichen Lektor Torin ein paar Bürger, unter welchen namentlich ein paar alte Freunde ſeines verſtorbenen Pflegevaters, zu veranlaſſen gewußt, ſeinem Sohn der Reihe nach einen Freitiſch zu geben.
„Ich ſoll mich umhalten laſſen,“ rief der Jüngling


