Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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ſein empfindliches Selbſtgefühl, nicht hörte, verließ ihn der Regierungs⸗Sekretär mit einer Miene, als habe er Hunderttauſende zu kommandiren.

Nachdem Roſell unſern Notarius verlaſſen hatte, blieb dieſer ein paar Minuten, die Hand vor den Augen, ſtill ſtehen. Es ſchien, als kämpfte er mit ſich ſelbſt, ob er dem Regierungs⸗Sekretär nachgehen, oder es bleiben laſſen

ſollte. Vermuthlich beſchloß er das Letztere, denn er trat haſtig

in ein nahes Haus und eilte die Treppen hinauf in ſeine Dachkammer, wo wir ihm Geſellſchaft leiſten wollen.

Fünftes Kapitel.

Nähere Beleuchtung aller der Urſachen, welche endlich den Notarius Wetterquiſt vermochten ſo hoch hinauf zu ziehen, wo⸗ hin Stolz, Schloßkanzleidiener und Postillons d'amour doch

7 den Weg finden.

Der Notarius Wetterquiſt, mit deſſen unterſchied⸗ lichem Mißgeſchick der Leſer ſchon Bekanntſchaft gemacht hat, hatte ſo zu ſagen den Saamen zu all' dieſen be⸗ klagenswerthen Seelenleiden, welche nicht allein an ihrem Opfer zehren, ſondern es gar verzehren, ſchon mit auf die Welt gebracht. Er litt an Etwas, woran er von jeher und alle Zeit gelitten hatte, an einem unerſättlichen Ehrgeiz und an einer unerſättlichen Sucht, ſeinen verkehr⸗ ten Hochmuth zu befriedigen. Allein er befand ſich auch ſchon fruͤh in der iſolirten Lage, welche für ein fühlendes Gemüth und für den angebornen Hochmuth vielleicht das Allerbitterſte iſt.

Seine Mutter war an einen Edelmann verheirathet geweſen, aber von ihm geſchieden geworden, und hatte in ihre zweite Ehe einen Sohn ohne Namen mitgebracht. Der kleine Ehrenfried wurde indeſſen von ſeinem Stief⸗ vater adoptirt, welcher von der außerordentlichen Schön⸗ heit der jungen Mutter geblendet und beſtochen, die kleine Myſtiftkation überſah, welche den Grund der Scheidung

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