Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Ja, ja, glauben Sie denn, ich werde mich von einem ſolchen Laffen Mores lehren laſſen, von einem ſo armſeligen Schlucker, der den einen Rock verkaufen muß, um den andern bezahlen zu können ja, Sie ſind mir juſt der Rechte! Mein Seel' es wäre doch wohl ge⸗ ſcheidter, Er lernte ſelbſt etwas Lebensarten. aber ſo ein hochmüthig. Gehorſame Dienerin, gehorſame Die⸗ nerin, brach ſie plötzlich im Strom ihrer Rede ab, und trat mit einer höflichen Verbeugung auf die Schwelle der Bude.

Dem armen Notarius verſagte ſchier der Athem vor Angſt, Frau Norman mochte ihn verrathen. Es fuhr ihm eiskalt über den Rücken und durch alle Glieder, das Herz klopfte ihm fieberhaft; er wußte ſich in ſeiner Ver⸗ zweiflung nicht beſſer zu helfen, als ſich mit dem Kopf und dem übrigen Oberkoͤrper in den dickſten Haufen von muffigen alten Kleidern einzugraben. Allein, o ihr himmliſchen Mächte! wohin mit den Stiefeln? Dieſe konnten dem jungen hübſchen Mädchen, welches eben vor der Bude ſtand, ganz gewiß nicht entgehen!

Potz tauſend, das liebe, gute gnävige Fräulein! rief die Hausmeiſterin aus, welche mitten auf der Schwelle ſtand, und, wie allezeit, in Entzücken gerieth, wenn ſie Jemand auch noch ſo entfernt Verwandtes von dem gräflich L' ſchen Hauſe anſichtig wurde, wo ihr Mann ſelig Haushofmeiſter geweſen war, und ſie geheirathet hatte, während ſie nach wie vor bei der bekannten hoch⸗ adeligen Familie dem würdevollen Amte einer Schaff⸗ nerin vorſtand.

Das beſagte junge Fräulein, welches Frau Malla Fogelquiſt als Kind in ſeines gnädigen Herrn Oheims Hauſe geſehen hatte, ging nie durch die Kramgaſſe, ohne einen Augenblick ſtehen zu bleiben und die Hofmeiſterin freundlich zu grüßen, zuweilen auch ein paar Worte mit ihr zu plaudern, denn der Anblick der alten Freundin erinnerte ſie ſtets an Heidelbeermuß und Pfannkuchen.

Dieß iſt ein prächtiges Bild, ſagte das junge Fräulein, und ſtellte ſich ein paar Schritte davor;es