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Anſpielung will der Herr nicht verſtehen? Da muß ich ihm ſchon mit dem Holzſchlägel winken, und geradezu in's Geſicht ſagen, daß er ein eingebildeter Laffe iſt, der beſtändig den Vornehmen ſpielen will, obgleich er es wahrlich nicht aufzuwenden hat! Ja, ja, das iſt ſehr ſchön von Ihnen, ſich ſo gegen ehrliche Leute auf⸗
zuführen, Leute, welche Sie fünfzigmal aus dem Schuld⸗
thurm loskaufen können, und die Sie auch noch überdieß aus den Händen der Schloßkanzleidiener gerettet haben— Wiſſen Sie noch?— Pfui Teufel— ſchämen ſollten Sie ſich!— Statt deſſen ſind Sie aber ſchamlos genug, Ginen vor der ganzen Welt zu verläugnen, und dieß noch dazu, wo ich dabei bin!“
Frau Norman, welche ſtufenweiſe ihre Stimme im⸗ mer mehr erhoben hatte, war bis in den gellendſten Dis⸗ kant hinaufgeſtiegen, wogegen der Notarius, glühendroth vor Aerger, Schaam und Verzweiflung, daß irgend ein Vorübergehender Zeuge ſeiner Erniedrigung werden möchte, unabläſſig flüſterte:„Um aller Welt willen, meine beſte theuerſte Frau Norman, ſchreien Sie doch nicht ſo fürchterlich!“— jede Wiederholung ſeiner Bitte begleiteten die beweglichſten, flehentlichſten Geberden mit Händen, Füßen, Augen und Lippen.
Hätte die erboßte Troͤdlerin nur einen einzigen Blick
auf Wetterquiſt geworfen, wie er, ſo gut es anging, unter dem bewegenden Schatten der baumelnden Kattun⸗ und Bombafinkleider daſtand, ſo wäre es vielleicht möglich geweſen, daß ſie ſich durch den angſtvollen Ausdruck ſeines Geſichtes, auf welchem die Roͤthe der Schaam und die Bläſſe des Zorns mit einander ab⸗ wechſelten, einigermaßen hätte bewegen laſſen,— ſo wollte es aber ſein Unſtern, daß ſie durch ſeine Bemü⸗ hung ſich verbergen zu wollen nur noch mehr aufgebracht wurde, und deßhalb, ſtatt ihre Stimme zu dämpfen, nur noch heftiger kreiſchte, beide Hände in die Seiten ſtemmte und dicht vor ihm ſtehend ihrer ſpitzen Zunge freien Lauf ließ:


