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Regierungs⸗Sekretär Roſell, der hält ſich nicht für zu gut, Einen zu grüßen!“ Das iſt ein ganz netter junger Menſch, wenn er nicht ſo arm wäre. könnte ich ihn ſchon zum Schwiegerſohn annehmen. Aber ſt,— ſt— halt ein Mal— ja, wahrhaftig! Da kommt der Nota⸗ rius! Was er rechts und links ſeine Augen ſpazieren läßt, und ſich an den Häuſern herdrügkt, Ja, ja es ſoll ihn Niemand da herein ſchlüpfen ſehen. Es muß aber überall ſauber ſeyn, denn er ſteuert gerade auf un⸗ ſer Haus los. Ho, ho, ho, komm mir nur, Du ſollſt Dein Fett kriegen!“— Nun ſtieg Frau Norman von ihrem erhöhten Platz herab und ging in ihrem kupfrigen, mit Grünſpanſtreifen ſchattirten Antlitz, dem Notarius entgegen, der gerade zur Bude hereintrat, und die Eigen⸗ thümerin mit einer artigen, um nicht zu ſagen unterthäni⸗ gen Verbeugung grüßte.
„Ah, Dienerin, gehorſame Dienerin! Haben Sie doch die Güte und nehmen Sie ihre Lorgnette, ſonſt kennt der Herr Notarius ja doch ſo gewöhnliche Leute, als ich und meine Schweſter Hofmeiſterin ſind, nicht— auch Lucien nicht zu vergeſſen— welche leider nicht da iſt, weil ſie eben ihre Toilette macht. Ei, Ei, was doch der Herr Notarius ſo kurzſichtig geworden ſind! Be⸗ daure unendlich, daß Sie geſtern Nachmittag ſo ſchwache Augen hatten. Was für ein Augenwaſſer brauchen Sie denn, Herr Notarius?“
„Ich verſtehe Sie gar nicht, beſte Frau Norman,“ erwiederte der Notarius, und gab ſich alle Mühe, recht verwundert auszuſehen.
„Ach, Sie werden wohl ſo viel Gedächtniß haben, daß Sie mich recht gut verſtehen!“ entgegnete Frau Nor⸗ man, kniff den Mund zuſammen und nickte einmal über das andere mit ſpöttiſcher Artigkeit.
f„Ich verſichere Sie, daß ich nicht im geringſten be⸗ greife!“
„So alſo,“ platzte die erblaßte Frau heraus, und konnte ſich nicht länger halten,„ſo alſo, eine feine


