Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

48

der Bettelvogt auf den Ferſen iſt. Liebſte, beſte Frau Norman, ſagte er und machte ein Paar Augen dazu, wie eine Ziege auf dem Todtenbette; ſeyn Sie doch ſo gütig, goldne, himmliſche Frau Norman, laſſen Sie mich nur auf ein Stündchen herein! Ich erwarte... i

glaube.. Die Stimme blieb ihm im Halſe ſtecken, ich merkte aber, woher der Wind blies, denn es war nicht das erſtemul. Erwarten Sie vielleicht den Schloß⸗ kanzleidiener? fragte ich, oder nicht? Ich weiß nicht, ächzte er,(er war mein' Seel' ſo erſchrocken, daß er gar nicht wußte, was er ſagte), wenn aber Jemand kommt und nach mir fragt, ſo ſagen Sie, beſte, liebſte Frau Norman nicht wahr, Sie ſagen dann, Sie hätten mich nicht geſehen! Und hübſch war er drinnen, unter der alten großen Wildſchur, welche ſchon ſo lange hin⸗ ten im Winkel hängt. Er ſtack noch nicht lange darun⸗ ter, ſo ſah ich ſchon einen von den Herren, die ich wohl kenne Gottlob, meine Umſtände ſind aber von der Art, daß ich für mein Theil nicht nöthig habe, ihnen gute Worte zu geben. Ich ſtellte mich dick und breit unter meine Thüre, und als er fragte, ob ich nicht ei⸗ nen jungen Herrn geſehen hätte, welcher, wie er glaube,

denn ich habe auch höhern Orts meine Freunde blieb auf der Schwelle ſtehen, wo Du jetzt ſtehſt, ſah ſich nur ein wenig flüchtig um, empfahl ſich und ging ſeiner Wege. Nun denke Dir, Malla, es iſt kaum ein Jahr, daß die Hiſtorie paſſirte, und ſchon weiß der Taugenichts kein Wort mehr davon, will mich nicht mehr kennen, wenn ich auf dem Markte ſtehe mit Lucie, mit Lucie, ſage ich, die ſo hübſch iſt, daß Jedermann, wer ihr begegnet, ſich umdreht, um ihr nachzuſehen! Der