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ein Getränk, welches er ſich übrigens nur in der kälteſten Jahreszeit erlaubte— da murmelte er zwiſchen den
Zähnen und ſchwur, dieß müſſe„anders werden!“ Und
wenn erſt noch das Waſchwaſſer in der Waſchſchüſſel und das Trinkwaſſer in der zerſprungenen Karafine gefroren war, wenn in dem Zimmer eine ſo grimmige Kälte herrſchte, daß das Barbiermeſſer nicht ſchneiden wollte, und das gelbbraune Handtuch vom Blute des geſchun⸗ denen Kinns ſtarrte— wo er nicht ein Mal bei den Schätzen des Triangels Troſt und Erſatz ſinden konnte, denn dort war es noch um drei Grade kälter, mit Einem Worte, im ſtrengſten Winter, welcher den armen Kamme⸗ rer ordentlich krank machte, und wo die zerriſſenen Hem⸗ den und löcherigen Strümpfe ihn tauſend Mal mehr als im Sommer plagten, da gelobte und ſchwur er hoch und theuer, ſobald der Frühling käme wolle er ſich auch ein Weib nehmen.
Der Frühling kam, aber ſiehe da, dieſe Jahrszeit hatte nicht dieſelbe Wirkung auf den Kammerer. Es war kein Eis mehr in der Waſchſchüſſel, das Barbier⸗ meſſer ſchnitt, die Loͤcher in den Strümpfen waren jetzt gar nichts ſo Unebnes— und es verging ein Frühling
um den andern, ohne daß unſer ehrlicher Kammerer das
Ziel ſeiner winterlichen Wünſche erreicht hätte. Man darf ſich indeſſen keineswegs einbilden, als habe er deß⸗ halb ſeine guten Vorſätze vergeſſen und über Bord gewor⸗ fen und es blos bei leeren Worten bewenden laſſen. Nein— beim erſten Gezwitſcher der Lerchen rüſtete er ſich jedes Jahr zu einer großen Freierfahrt, ein Jahr zum Norden, das andere zum Süden, aber er mochte reiſen wie und wohin er wollte, noch ſo viel Freunde und Freundesfreunde beſuchen— es wollte nicht glücken. Hätte er ſich um die Winterszeit auf die Socken gemacht, wo er über die Säumigkeit ſeiner Aufwärterin zu ſchelten und zu fluchen Urſache hatte, wäre er ſicherlich weit eifriger geweſen. Gleichwohl war er noch nicht ein Mal ſo weit gekommen, daß er nur um Eine gefreit hätte,


