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ſtalten können, eben ſo gut wie Herr Lejas und viele Andere; allein er hatte ſich in ſo hohem Grade an alle dieſe verſchiedenen Artikel gewöhnt, daß er nicht ohne Herzbeklemmung an die Trennung von einem derſelben denken konnte. Und wie jeder Menſch irgend eine Schwach⸗ heit haben muß, ſo erlaubte ſich unſer Kammerer in aller Stille den Genuß, welchen ihm der Anblick ſeiner Rari⸗ täten gewaͤhrte, die er wenigſtens Ein Mal in der Woche mit der größten Sorgfalt abſtäubte und putzte.
Ein anderer wichtiger Grund konnte auch noch als eine jener Triebfedern angeſehen werden, warum der geldliebende Mann nicht nur ſeine Sammlung unver⸗ mindert behalten wollte, ſondern auch von Zeit zu Zeit ein neues Inventarienſtück für einen etwas noch leeren Platz auf den Bänken acqutrirte. Der Kammerer ging nämlich ſeit fünf Jahren mit dem gigantiſchen Plane um, ſich mit einer„ſtillen, beſcheidenen, verſtändigen,“ Perſon zu verehlichen, welche außer der Gigenſchaft, Hemden flicken und Strümpfe ſtopfen zu können, auch im Stande ſeyn ſollte, die Honneurs im Hauſe zu machen. Obgleich die Heirath ſich etwas in die Länge zog, ſo hatte er doch ernſtlich im Sinne, ſich eine hübſche Wohnung zu miethen und da alle ſeine Schätze aufzuſtellen und zu ſortiren, und zuweilen ein paar alte gute Freunde auf ein Butterbrod und ein Glas Bier zu ſich zu bitten. Er hatte die Leiden und Freuden des Junggeſellenlebens pflichtmäßigſt gegen einander abgewogen und gefunden, was er in ſeiner Jugend ſowohl als in ſeinem mittleren Alter nie entdeckt hatte, daß die erſten die letzteren weit überwogen. Hauptſächlich im Winter kam der Kammerer zu dieſem Schluß. Der Winter iſt ein arger Schrecken für einen alten einzelnen Herrn, gerade ſo wie für ein altes iſolirtes Haus. Wenn die Aufwärterin bis in den hellen Tag hinein ſchlief, und der Kammerer hinter ſeinem Schirm lag und fror und kein Menſch Feuer im Kachelofen anmachte, oder ihm ſeinen Kaffee kochte—
Kammerer Laßman. I. 4


