Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Zimmer verbreiten. An dem Abſatze zwiſchen dem Bü⸗ cherſchrank und dem Schenkbrett befand ſich ein kleines Aufſchlagbrett, auf dieſes ſetzte er nun alle die unter⸗ ſchiedlichen Raritäten, welche der Schrank verwahrt hatte. Da ſah man zum Exempel eine kleine hölzerne Butter⸗ büchſe, in welcher eine Menge von Brodbroſamen um⸗ herhing, eine zerbrochene Glasflaſche, welche ehedem ein paar Blutigeln zum Aufenthalt gedient hatte, nun aber zur Hälfte mit Pottkäſe angefüllt war, eine bis auf den Knochen abgenagte Hammelskeule, in eine alte Prozeßſchrift eingewickelt, eine zerbrochene Theekanne mit Sardellen, und ein halber Lalb Schwarzbrod. Ueber dieſe Leckerbiſſen machte ſich unſer Kammerer mit treff⸗ lichem Appetit her, und nachdem er Alles wieder ſorg⸗ fältig eingeſchloſſen hatte, holte er ein Spitzglas und eine Flaſche Portwein hervor, betrachtete fie genau, machte ein Zeichen mit dem Daumen daran und hielt ein paar Mal im Einſchenken an, um zu ſehen, ob er nicht das beſtimmte Maaß überſchreite. Als das Glas bis zu Dreiviertel voll war, ſagte er:halt, verſchloß die Flaſche mit dem Kork, ſetzte ſich auf einen Stuhl und ſchlürfte mit einem langgezogenenAh! zuerſt in kleinen Portionen, dann auf Einen Zug den Götterſaft der Traube hinab.

So! ſagte der Kammerer vergnügt, wiſchte ſich den Mund ab und ſchloß den Schrank zu. Ein Jung⸗ geſelle kann es nicht beſſer haben?

Hierauf zog er aus der Schlafrocktaſche einen Schlüſſel, welcher von offenbarem häufigem Gebrauche ganz dlank war, und ſchloß damit eine Art Blindthüre in der Tapete auf. Dieſe Thüre führte zu dem ſchon er⸗ wähnten Winkel, oder beſſer geſagt, zu des Kammerers eigentlichem Heiligthume. Im Anfange ſah man Nichts darin als die vollſtändigſte Dunkelheit, ſobald aber der Kammerer, nicht ohne große Mühe, einen Laden weg⸗ geſchoben hatte, kam ein Fenſter zum Vorſchein, durch welches die Sonne das kleine Wundergemach mit ſeinem