„Ja, ja, liebe Hofmeiſterin, Du ſprichſt ganz ver⸗ nünftig; er ſoll mir nicht entkommen, denn Etwas ſteckt dahinter, davon bin ich überzeugt. Aber Lucie, mein Zuckerherzchen, wie magſt Du aber auch nur ſo launig ſeyn, wie Du heute geweſen biſt? So macht Dich der Alte ſeiner Lebtage nicht zur Erbin. Du ſollteſt....“
„Ich bin todtmüde und ſchrecklich ſchläfrig! Gute Nacht, Mutter;“ damit eilte Liſa in ihre Kammer.
„Ich weiß nicht,“ fuhr Frau Norman nachdenklich fort, als Liſa weg war,„Lucie iſt voch ſo gut erzogen, wie ein junges Mädchen nur immer ſeyn kann, ich we⸗ nigſtens habe, weiß Gott, All' das Meinige dazu gethan — aber es iſt doch ſonderbar, ſie hat in ihrem Weſen ſo eine gewiſſe— eine gewiſſe....“
„Nonchalance habe ich das nennen hören,“ fiel Frau Malla Fogelquiſt ein.„Wann junge Mädchen ſo gefeiert werden, wie Deine Lucie, dann nehmen ſie ein ſolches Betragen gegen Leute an, welchen ſie mehr Aufmerkſam⸗ keit widmen ſollten.“
Es iſt ungewiß, wie die kecke Anſpielung der Hof⸗ meiſterin auf Liſa's Hauptfehler von der Frau Mama aufgenommen worden wäre, wenn jene ſie im reinen guten Deutſch ausgedrückt hätte. Eine franzöſiſche Phraſe klingt aber in Frau Normans Ohren ſtets ſo poetiſch
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