Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Muhme Neta, welche ſich die wahrlich ſchwere Pflicht des Schweigens auferlegt hatte, um deſto beſſer jedes der lieblichen Worte des lieben Vetters einzuſchlürfen, ließ nun dem Strom ihrer Wohlredenheit freien Lauf. Will ſelbſt verneigte ſich bloß, allein es lag eine Schüch⸗ ternheit in ſeinem Bückling, welche ſeinen guten Willen, ſich des zugeſagten Schutzes und Beiſtands würdig machen zu wollen hinlänglich zu bekräftigen ſchien. Frau Norman verſicherte indeſſen mit gewaltigem Naſenrümpfen und hellklingender Stimme, daß ſie ſich nicht vorſtellen köͤnne, wie der Herr Vetter Laßman, der ſo viel in der Welt gelebt habe, ihre wohlmeinende Güte für Will nicht beſſer ſollte zu ſchätzen wiſſen: in Zukunft werde ſie, ſtatt ſo hübſche faſt nagelneue Roͤcke wegzuſchenken, ſie lieber verkaufen, denn ſeit ſie nun wiſſe was ſie wiſſe, ſey es beſſer Geld als Undank einzunehmen.

Zum Glück für den Frieden in der Geſellſchaft lan⸗ dete das Boot eben in Heſſingen, und da einige Herren auf dem Platze vor dem Wirthshauſe ſtanden, fand es Frau Norman und beſondersMamſell Lucie für gut, ein möglichſt freundliches und liebliches Weſen und Aus⸗ ſehen anzunehmen.

Da, Will, trag meinen Mantel und die Gui⸗ tarre! ſagte Liſa, ließ den Schawl ganz natürlich über ihre ſchlanke Taille niedergleiten, lüftete das Kinnband ſo weit, daß die Locken beſſer flattern konnten, und hüpfte an's Land; Will, dem ſie eines der abgelegten Stücke um das andere zuwarf, ſah, als er, mit all ihren Sachen belaſtet, hinter ihr hermarſchirte, eher einem Bedienten, als einem Verwandten oder zu der Geſellſchaft Gehören⸗ den gleich.

Kommſt Du mit den beiden Koͤrben zu Recht, Ulla? fragte Frau Norman ihre Magd, welche ſich bemühte,