Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Leben laſſen

ſonſt hnlich gegen⸗ uhme Tage. Zaſſe

ſeine

denn mit hat,

eine Notar. neiſter ollteſt

n und nblich, Nor⸗ T... auen: Teſta⸗ Aus⸗

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ſehen ſcheint der Alte ſeiner ganzen Verwandtſchaft in's Grab ſehen zu wollen.

Die Perſon, von welcher Roſell ſprach, kam nun näher, und wir präſentiren in ihr unſern Helden, den Kammerer Laßman. Man konnte nicht leicht bei einem Fünfziger eine raſchere, kräftigere Geſtalt ſehen und was ſeln übriges Ausſehen betrifft, ſo war dieß in der That viel jugendlicher als ſeine Jahre; die graumelirten, dünnen Haare wurden durch die rothglänzenden Voll⸗ mondswangen, um welche der etwas hohe, ſteife, weiße Hemdkragen ſich dicht anſchloß, offenbar Lügen geſtraft. Des Kammerers Anzug verrieth durchaus einen Mann aus der alten Zeit, die breiten Rathherrn⸗Frackſchöße, die lange Weſte, der Knoten an dem weißen Halstuche und vornämlich die gefälteltete, weit herausbauſchende Hemdkrauſe bezeichneten deutlich die freilich längſt den Weg alles Irdiſchen gegangene Periode, in welcher dieſe Sachen nach dem neueſten Geſchmack geweſen waren. Der Kammerer Laßman llebte es nicht, nach etwas ſo Flüchtigem zu jagen, als die Mode. Die Klelder, welche ihm loſe nm den Leib hingen und die durch Gewohnheit und vieljährige Dienſte einen Theil ſeines eigenen Ichs

Hausmachten, ſtanden ihm nun ein Mal an und er trug

ſie, mochten andere Leute davon denken und ſagen, was ſie wollten. Sein Gang und ſeine Haltung hatten darum indeſſen nichts Schlappendes, alle ſeine Regungen waren raſch und verriethen, daß ihm noch ein hoher Grad Son Lebendigkeit inwohnte, welche ſich auch in ſeiner nvprache, trotz dem Verluſt von ein paar Zaͤhnen, hin⸗ länglich kund gab.

Es iſt ein herrlicher Alter! ſagte Roſell.

Ich glaube, er lelht auf Zinſen? ſiel der Notar ein.

Da weißt Du mehr als ich. Wenn er übrigens auch ein Mal Etwas aus Artigkelt thut und für den Abſchluß eines anſehnlichen Geſchäftes ein kleines Douceur annimmt, ſo iſt dieß nicht mehr als billig und jedenfalls wohl angewandt, wäre es auch nur für das Vergnügen,