Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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den beſten Eigenſchaften, denn ſie gibt oft über alles Er⸗ warten langen Kredit mit dem Miethzins für ihre Möbel.

Das iſt ein großes Glück für ihre Kunden! bemerkte der Notar.

Allerdings, ein großes Glück; deßhalb gerade ſchätze ich ſie ſo hoch. Siehſt Du aber die Andere, mit dem verſchloſſenen gelben Hut. Dieß iſt Frau Malla Fogel⸗ quiſt, deren Mann vor ein Paar Jahren, in Compagnie mit Frau Normans Ehegatten, an der Cholera in die Ewigkeit reiste. Herr Fogelquiſt war Haushofmeiſter in einem gräflichen Schloſſe irgendwo, und deßhalb nennt auch Frau Norman ihre Schweſter gewöhnlich mit dem naiven Titel Frau Hofmeiſterin. Dieſe Frau Hoſmeiſterin iſt eine lebendige Chronik, in welcher man über alle Vor⸗ fälle und Begebenheiten der vornehmen Welt blättern kann. Sie hat einen guten Vorrath von allerlei Hiſtorien aus der Zeit, wo ſie als Schaffnerin auf dem Herrenhofe war. Nun geht es ihr aber knapp und ſie ſonnt ſich für den Augenblick unter den Wohlthätigkeitsſtrahlen der gnä⸗ digen Frau Schweſter.

Ich dächte, Du könnteſt doch ein Mal Athem ſchöpfen? fiel ihm Wetterquiſt in die Rede.

Ach was! das genirt mich nicht, wenn es Dich nur unterhält! Roſell nippte am Punſchglas und fuhr fort:Die dritte und älteſte von den drei mit Reſpekt zu melden Grazien, die kleine Alte, in dem engen Kattunkleide und dem braunen altväteriſchen Shawl, ſoll ihrer Zeit das ſchönſte Mädchen in Stockholm geweſen ſeyn. Allein der Wandel der Zeit hat ihr einen böſen Streich geſpielt. Halt vielleicht beſinn ich mich auf einen Vers von Lenngren, der hieher paßt:

Ihr kam an Schoͤnheit keine gleich, An Reizen....

Nein, es fällt mir nicht mehr ein, es war ſo etwas von Wurſtmachen, was ganz trefflich hieher paßt. Laß ein Mal ſehen ja, ja, ſo heißt der Schluß: