Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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wahrhaftiges und ſchüchternes Heiligenkind hätte dies nicht ohne eine Bemerkung hingehen laſſen.“

„Dann kann die Bemerkung noch nachfolgen,“ antwortete Thorborg flammend, denn dies war ſchrecklich ärgerlich für den Anfang.„Und jetzt heißt es den ganzen Tag Capitän Geiſtern.“

„Heißt es ſo? Nun, wohlan denn... es wird recht luſtig werden zu ſehen, wer im erſten Kampf obſiegen ſoll. So wahr ich ein ehrlicher Mann bin, reiſe ich im Augenblick meines Wegs wenn ich nicht Otto heiße, gedutzt werde und die kleine Elfen⸗ königin mich zu bleiben bittet— und das gibt ſchon eine ganz gute Gelegenheit um zu zeigen, ob ich ein harter Mann bin oder nicht.“

„Nein, danke. Es iſt allzu früh mit der Unterthänigkeit anzufangen, ehe wir noch verheirathet ſind; und ſiehſt Du das nicht ein... o, was ſagte ich... was ſagte ich... Jetzt, da es bereits geſchehen iſt, gilt es ganz gleich, ob ich noch hin⸗ zufüge: bleib, Otto, und laß uns Frieden halten, wenigſtens ſo lange ein anderes Paar getraut wird.“

„Und Du lächelſt ſo heiter, ſo ſchön und dennoch, Gott ſei Dank, ganz und gar nicht engelgleich. Aber mich brennt dieſe unbefugte Bosheit wirklich im Herzen. O, mein liebes Elffen⸗ mädchen, hätteſt Du jetzt große helle Thränen in den Augen ge⸗ habt, hätteſt Du mich mit grenzenloſer Milde angeſehen, dann, glaube ich, wäre es das Beſte geweſen im Ernſt zu fliehen... Aber dieſer Sieg hier macht mir dennoch begreiflich daß Siege, auf welche Art ſie immer gewonnen werden mögen, allzu viel koſten können. Nicht wahr, Du haſt in Deinem klugen Köpfchen bereits beſchloſſen mich für die unglückliche Art und Weiſe wie ich in den Bräutigamsſtand eingetreten büßen zu laſſen? Aber Du darfſt nicht ebenfalls hart werden.“

„Nicht mehr als zum Hausbedarf,“ antwortete Thorborg mit einem ſchalkhaften Blick der ihr gar nicht gleich ſah.„Du darfſt nicht von einer Frau träumen die nur ein einziges Wort

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