Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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in dieſem Fall ſeinen freien Willen haben. Und dann müſſen

Sie menſchlich bedenken, was es für den armen jungen Herrn wäre, wenn er ſich jetzt ſogleich an dieſem Strand hier nieder⸗ laſſen ſollte. Er iſt von zärtlichem Herzen und leicht ge⸗ b rührtem Sinn, und um dieſer Urſache willen wäre es ihm ganz 1. unheilſam, wenn er nicht an einen andern fremden Ort käme.“ 1

„Nun, Lootſenvater, Ihr könnt es gerade herausſagen daß meine Frau Euch mit dieſer Botſchaft geſchickt hat.“

„Läugne es gar nicht daß wir unſere Beſprechung darüber gehabt haben. Aber ich will Sie doch bitten, Herr Patron, daß Sie die Güte haben nicht zu bezweifeln daß ich auch aus eigenem Antrieb gekommen bin, denn ich hatte bereits bemerkt daß Ihre großen Angſtgelübde in Gefahr ſtanden, und ſo wollte ich Sie daran erinnern daß der Herr auch ein gutes Gedächtniß hat und ſeine unbezahlten Schulden ſelbſt einfordern kann. Aber mit freudigem Herzen würde ich nach Hauſe gehen, wenn Sie jetzt anders geſtimmt wären. Kaufmann und Zollmann ſind gleich vor dem Herrn, und es findet kein Unterſchied ſtatt, wenn ſie an dem großen Gerichtstag aufgefordert werden.“ 8 1

„Gut, gut, Lootſenvater... Aber da Ihr in der Gottes⸗ 1 furcht ſo wohl zu Hauſe ſeid, ſo könnt Ihr doch Niemand zu einem Meineid rathen. Ich habe oft geſchworen daß ich keinen Zollbeamten zum Schwiegerſohn nehmen werde.“

„Das war eine liſtige Rede, aber ich will Ihnen ohne Liſt antworten. Wenn ich ein Gelübde gethan und hernach gefunden hätte daß ich es nicht mit Rechtſchaffenheit halten könne, ſo würde ich mich vor Ihm demüthigen, der ſowohl binden als löſen kann, und ihn bitten von meinem Herzen den falſchen G danken wegzunehmen daß ich im Ernſt ein Gewicht auf ſolche Eide legen könnte die Niemand thun ſollte, die aber doch Man⸗ cher thut. Und wenn ich ſo vor unſerm Herrn die Augen wegen meiner Heuchelei niedergeſchlagen hätte, ſo würde ich

Carlén, ein Handelshaus in den Scheeren. III. 29