445 5 Jetzt verwandelte ſich Gudmars Röthe in eine eben ſo zu haſtige Bläſſe. 1 Ne„Dein Ausſehen und Deine Nachricht ſtimmen ganz und ott gar nicht zuſammen. Zu mir hat er, ſeit die letzte Furcht vor⸗ n über war, Nichts geſagt, und daraus konnte ich juſt keine glück⸗ ns lichen Folgerungen ziehen.“
„Nun, ſo muß ich Dir erzählen daß er zu mir geſagt hat: ür⸗ ich wundere mich darüber daß Gudmar mich ſo lange hier herum⸗ für zehen und warten läßt. Er hat die ganze Zeit über Nichts
geſagt. dn„Das iſt ja unmöglich... Ich habe allerdings Nichts geſagt, aber was ſollte ich denn zu ſagen wagen? Ach, Dein Vater iſt lite ſo liſtig. Gewiß ſteckt Etwas dahinter.“ gte„Glaubſt Du das? Es könnte allerdings wohl ſein, denn 8 er fügte hinzu, Dein Schweigen ſei ſonderbar nach gewiſſen unf Aeußerungen und Erklärungen die Du in den Augenblicken Eurer gemeinſchaftlichen Unruhe von Dir gegeben habeſt.“ Jetzt wurde das Blut im Geſicht des jungen Mannes ſo egle unruhig, daß es unaufhörlich ein neues Farbenſpiel gab. 1. dge⸗„Ah ſo, der Onkel ſagte das... Was für ein merkwürdig ſchlauer Mann er doch iſt! Nun gleich viel, liebe Majken, die
Wahrheit muß ans Tageslicht— ich leugne meine Worte nicht.“
4 n,„Du ſagteſt wirklich Etwas was ihm ein Recht gibt zu
zur warten?“
„Er wartet nicht, ſondern er nahm dies blos zum Vorwand
init um ſelbſt zu vergeſſen. Kummer, Angſt und nachtſ ſchwarze Ver⸗ zweiflung zwingen einem Menſchen manche Worte und Erklärun⸗
gen ab.“
gen,„Und die Deinigen, mein Gudmar?“
nkel„Ich beweinte es daß ich nicht um Deinetwillen dieſem ber.
nahe verabſcheuten Amte entſagt habe, und wenn Du lange vor
ge⸗ mir heimgegangen wäreſt, ſo würde ich es ewig berent haben. Aber ſo iſt der Menſch! Einen Lebenden den man leiden laſſe-


