Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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ſo ſind dieſelben ohne Zweifel durch höchſt eigenthümliche Ver⸗ hältniſſe hervorgerufen worden, welche ſie aus dem Kreiſe ihres gewöhnlichen Daſeins herausnöthigten.“

„Danke! Ich höre es gerne, wenn eine junge Frau auf ſolche Art die andere vertheidigt. Und glauben Sie mir, auch ich werde dieſes Geſpräch nicht vergeſſen.“

„Aber wollen Sie auch mir glauben, Herr Capitän?“

„Der letzte Theil Ihrer Worte gibt wirklich einen Erklä⸗ rungsgrund für den erſten. Aber es gelingt mir nicht ein ſo klares Bild von ihrem Charakter zu bekommen, wie ich wünſchte. Mit dem Bruder iſt es ganz anders. Eine geradere und ein⸗ fachere Seele kann man gar nicht finden. Heute, morgen, über⸗ morgen, übers Jahr, in zwanzig Jahren wird er immer der⸗ ſelbe treue Sclave der Pflicht ſein, mit demſelben ehrlichen Herzen und redlichen Character. Ihn wird, das bin ich überzeugt, we⸗ der Glück noch Unglück aus dem Geleiſe bringen.“

„Gegen dieſe Schilderung habe ich Nichts einzuwenden. Aber laſſen Sie mich jetzt auch hören was Sie über ſeine Braut ſagen— ich weiß daß ſie Ihnen bekannt iſt.“

„Ich habe Mamſell Moß nur wenig geſehen, aber was ich von ihr geſehen habe, trug den Stempel eines Geiſtes der groß genug iſt um ſich in alle Verhältniſſe zu fügen. Sie iſt ein Weib voll von Kraft, Rechtsgefühl und wahrer Milde. Im Fall ſie Lieutenant Guldbrandsſons Frau wird, ſo wird ſie ſelbſt ihre Ueberlegenheit nicht ein einziges Mal fühlen. Aber er wird ſie vielleicht fühlen, und nur eine Frau mit ſolchen Eigenſchaften kann einen Mann, nachdem er zu dieſer Ueberzeugung gelangt iſt, glücklich machen. Ich glaube übrigens daß ſie auch jeden andern Mann glücklich machen würde.“

„Es will mich beinahe bedünken, Herr Capitän, als ob Sie ſich ſelbſt in Majken verliebt haben würden, wenn ſie nicht ver⸗ lobt wäre.“

„Das glaube ich nicht. Ihr unbeſchreiblich reelles Weſen,