Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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„Als ich vor einigen Tagen dort war, beehrte er mich mit einigen freundſchaftlichen Worten die auf eine vollſtändige Aus⸗ ſöhnung deuteten. Ueberdies bin ich jetzt beſſer im Stand ſein eigenthümliches Weſen zu ſchätzen. Ich bin geſund, vergleichungs⸗ weiſe ruhiger von Gemüth und kann als ein ziemlich brauchbarer Zuhörer paſſiren.“

„Nun, da iſt Alles auf dem beſten Weg. Und in ſo ge⸗ müthlicher Geſellſchaft wie der Lieutenant, wenn er zu Hauſe iſt, und die bezaubernde kleine heilige Thorborg können Sie ſich nur einen höchſt angenehmen Tag verſprechen.“

„Würden Sie mir eine neue Frage erlauben, Frau Hjelm?“

Bei dieſen Worten verſchwand die Bläſſe die ſtets auf ſei⸗ nem Geſichte lag, und die Röthe die es übergoß wurde ſo auf⸗ fallend, daß Emilie auf die angekündigte Frage ſehr geſpannt wurde. „Eine Frage, Herr Capitän... laſſen Sie hören.“

„Warum— vielleicht finde ich blos als Fremder dieſe Eigenthümlichkeit ſo bemerkenswerth— warum nennt man die Tochter des Paſtors ſo oft eine Heilige?“

Bei ſich ſelbſt dachte Emilie:„Ich habe mich auch ſchon manchmal darüber gewundert;“ aber laut antwortete ſie im Ton

der Ueberzeugung:

„Darum weil ſie im lich iſt.“

„Sonderbar!“

„Und es iſt Hochverrath, Herr Capitän, auch nur den ge⸗ ringſten Zweifel darein zu ſetzen.“

Geiſtern beantwortete, ſonderbar genug, dieſe Worte weder mit einem Lächeln noch mit einer Verbeſſerung ſeiner ſo eben ertheilten kurzen Antwort. Er ſchien ſo nachdenklich zu ſein, als wäre er mit der Löſung eines ungemein ſchweren Problems

beſchäftigt. „Wahrhaftig, H

Vergleich mit uns Andern dies wirk⸗

err Capitän, Sie ſetzen mich in Erſtaunen,

S—⸗