Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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brauchen Sie ganz und gar nicht zu fürchten, Herr Capitän. Wenn es meinem Manne gilt, ſo glaube ich blindlings alles Schöne was man mir von ihm ſagen will.“

„Ich möchte nur wünſchen, Sie hätten ihn vor dem prüfen⸗ den Blick des Richters geſehen, mit welcher innigen Ruhe und doch mit welcher Kraft er ſprach. Es war ſo einfach, ſo ſchla⸗ gend, und ſeine letzten Worte waren ſo ſtolz, ſo ohne alles Ge⸗ prahle, als kämen ſie aus Ihrem eigenen Munde.“

„Mein beſter Capitän Geiſtern, ich vergeſſe ganz daß wir Feinde waren— und betrachte Sie als einen Freund um des Vergnügens willen das Sie mir jetzt gemacht haben. Nun ja, auch Majken hat mich mit dieſer Beſchreibung entzückt, und ſie hat dabei vergeſſen daß noch ein Anderer da war der in Be⸗ zug auf Einfachheit, Edelmuth und Würde mit meinem Mann wetteifern konnte.“

Der Capitän erröthete ſtark.

„Ich konnte leider nicht mehr thun als meine eigene Un⸗ zufriedenheit bekennen. Aber erlauben Sie mir einige Worte hinzuzufügen, ſo lange wir noch allein ſind.“

„Gern.“

ſun wohl—“ er zog ſeinen Stuhl näher zu ſeiner jun⸗ gen Wirthin,„es iſt wielleicht eine große, ja möglicher Weiſe all— zugroße Freiheit die ich mir herausnehme, aber bei Gott, es ge⸗ ſchieht in der allerbeſten Abſicht... In einem ſolchen Fall halte ich es fürs Beſte möglichſt wenig Umſchweife zu machen. Glau⸗ ben Sie, Madame, daß die Angelegenheiten Ihres Gatten mit dem Capital das er in dieſen Tagen erhalten hat vollkommen bereinigt werden können? Sie begreifen, wenn ich mich an die Frau wende ſtatt an den Mann, ſo geſchieht dies weil...,4

Er ſchien zu zögern.

„Weil Sie,“ fiel Emilie ein,„meinem Mann ſchon einmal Geld vorgeſtreckt haben und weil Sie mich jetzt zu Ihrer Bun⸗

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