Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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doch nicht ſagen können daß es mir nicht gleich ſei. Es wäre einfältig und würde mir nicht anſtehen, wenn ich bei Beurthei⸗ lung des Standpunktes auf welchem ich als Weib und Menſch ſtehe vor irgend einem menſchlichen Weſen eine affectirte Ver⸗ ſchämtheit zur Schau tragen wollte. Ich bin mit einem Kopf begabt der klar genug iſt daß ich mein eigenes Lebensſchiff zu ſteuern vermag, und mit einem Character der feſt genug iſt daß ich mich nicht von irgend einem Windſtoße fortreißen laſſe; aber dabei beſitze ich auch ein Herz das weich, zärtlich und warm genug iſt, daß ich es dem Mann den ich liebe als Wohnung anbieten kann. Ich ſtrebe nicht darnach ein freies ſelbſtſtändiges Weib zu ſein oder dafür zu gelten, ſo leicht ich es auch hätte werden können. Als Tochter habe ich den ganzen unbeugſamen Muth meiner Seele unter die Macht meines Vaters geſtellt— ich habe nicht einen einzigen Schritt gethan der ein Streben nach Herrſchaft bewieſe. Denn aus Achtung vor dem Willen Gottes, der uns Gehorſam gegen die Eltern geboten, habe ich mein widerſtrebendes Gefühl geopfert. Kann nun ein Mädchen das ſich unverheirathet ſo gezeigt hat in der Ehe anders wer⸗ den? Hat mein ganzes Benehmen nicht ſtets den Stempel der Pflicht und der Ueberzeugung, keineswegs aber willenloſer oder

ſtumpfer Schwachheit getragen? Und welches Weib wird die

Ehre und Selbſtſtändigkeit ihres Mannes höher ſchätzen, als diejenige die in ihm nicht ihren Herrn, nicht ihr Oberhaupt ſehen will, ſondern ihresgleichen im gemeinſchaftlichen Beſitzihrer ge⸗ meinſchaftlichen Rechte auf die ökonomiſche ſowohl als auf die moraliſche Entwicklung des Hauſes das ſie zuſammen erbaut haben?... Gerade diejenige Frau die eine gebührende Selbſt⸗ achtung beſitzt hegt dieſe Achtung auch vor ihrem Gatten und weicht gern das eine Mal vor ſeinen Anſichten, wie er das andere Mal vor den ihrigen weicht, wenn ſie es werth ſind ſeine Ueberzeugung zu ändern. Aber ohne dieſe Ausgleichung wäre die Ehe keine wahre Ehe. Und der Mann welcher den Rath der

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