Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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gen Grund weiter angeführt habe, als denjenigen der für mich immer der erſte bleibt, nämlich daß ich niemals die Bahn ver⸗ laſſen werde die ich mit freiem Willen und voller Ueberlegung betreten, und deren dornigſten Pfad ich bereits hinter mir habe. Da ich aber mit demjenigen angefangen habe womit ich hätte ſchließen ſollen, ſo muß ich auch hinzufügen daß Du ſtets für mich die angebetete innig geliebte Frau bleiben und mir in jedem Stand als meinesgleichen rathen ſollſt, nicht aber meine Ober⸗ herrin in einem Stand werden darfſt wo Verhältniſſe entſtehen können, in welchen der Mann weniger als eine Null wäre, wenn er nicht ſeinen eigenen Willen hätte. Und nun, meine holde, edle und hochſinnige Majken, ſei barmherzig— verzeih Deinem Gudmar! Du ſtehſt ja in allen andern Beziehungen, überall wo es ſich um Kopf, Herz und Gefühl handelt, ſo hoch über ihm, daß Du wohl gütige Nachſicht üben kannſt, wenn er da ſelbſt⸗ ſtändig ſein will wo er es ſein muß.“

Und warm und flehend wie die Worte waren auch die Geberden und Blicke.

Aber Majkens Blick fiel weder mit Güte noch mit Barm⸗ herzigkeit auf den jungen Mann dem ſie ihr Herz geſchenkt hatte. Dieſer Blick glich dem unbeſchriebenen Blatt in dem Buch wo wir die Eindrücke unſerer Seele aufzuzeichnen beabſichtigen.

Aber die Aufzeichnung kam bald genug.

„Ich habe Dich bis zu Ende gehört und nehme jetzt für mich daſſelbe Recht in Anſpruch. Verſprich daß Du mich nicht unterbrechen willſt.“ 2.

„Ich bin zum Voraus überzeugt, daß ich in Verſuchung dazu gerathen werde, aber ich will mich bemühen dieſem Ver⸗ langen zu widerſtehen. Möge nur das was Du zu ſagen ge⸗ denkſt Dir ſelbſt nicht eben ſo ungleich ſein wie die Unbeweg⸗ lichkeit womit Du meine ſtürmiſche Rührung angeſehen haſt!“ „Nein, wie Du es auch beurtheilen magſt, ſo ſollſt Du