Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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nicht müde war, aber ich ſah ein, daß es vortheilhaft werden konnte während der beabſichtigten Erklärung zu ſitzen.

Mein lieber Mann ahnte natürlich nicht das Geringſte. Wie konnte er auch an das himmelſchreiende Unterfangen denken, daß ich das Stillſchweigen das ich vier Monate hindurch pflicht⸗ ſchuldigſt beobachtet hatte, brechen würde?

„Siehe hier, liebe Emilie, iſt ein recht bequemer Stein... und hier daneben habe ich einen ganz paſſablen für mich... Wie göttlich glänzt nicht das Waſſer heute Mittag— ſieh nur dieſe leuchtenden rothen Streifen an der Klippe dort.“

„Ja, dieſer ſchöne Auguſtmittag,“ antwortete ich,„erinnert mich an einen ähnlichen während unſeres Aufenthaltes im Fiſcher⸗ dorfe.“

„Warum willſt Du an dieſe Zeit denken?“

„Und warum ſollte ich nicht daran denken? Sie war ja der Anfang unſerer wirklichen Ehe, als Du mich immer liebes Kind nannteſt.“ 3

Mit einem Farbenwechſel fragte er:

„Nenne ich Dich jetzt nicht mehr ſo?“

„Nein, niemals!“

„Ich habe nicht daran gedacht.“

„Aber ich habe daran gedacht,“ ſagte ich ſcherzend,„und jetzt bin ich ſo kindiſch, daß ich Dich bitte es wieder zu ſagen, damit ich hören kann wie es klingt.“

„O nein— ich habe es mir ohne Mühe abgewöhnt, weil Du es nicht liebteſt. Jetzt will ich mich nicht wieder daran gewöhnen.“

Dies wurde in einem Ton geſagt, von dem man nicht ge⸗

glaubt hätte, daß Ake ihn in ſeiner Gewalt beſäße. Wie mächtig

ſprach er nicht zu meinem Herzen! Ja, ja, er liebt mich ganz ſicher, nur will er nicht, daß man es ſehen ſoll... Sonderbar! Warum ſeine Gefühle ſo zurückhalten?