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in ſolchen Widerſpruch mit ſeinem Charakter und ſeiner Ehre kommen kann?“
„Höre einmall! Ich ſagte Dir ja in der erſten Stunde, daß meine Stärke im Genie liege. Du glaubſt auch Genie zu beſitzen, aber das haſt Du ganz und gar nicht— ſonſt würdeſt Du gleich im Anfang Dein Glück bei meiner Tochter verſucht haben. Du fandeſt jedoch dies nicht der Mühe werth, ſondern meinteſt, das Glück müſſe Dir ohne Mühe und Beſchwerde als eine gebratene Taube ins Maul fliegen, wenn Du nur da⸗ ſteheſt und es aufſperreſt. Aber nicht blos in dieſer Sache haſt Du Deinen Mangel an Genie bewieſen, ſondern auch darin, daß Du die Dummheit begangen haſt Sachen zu thun, die man am beſten unterläßt.“
„Und Ihr Genie geſtattet Ihnen Wortbrüchigkeit, Onkel?“
„Supponire, daß wir irgend ein beſſeres Wort finden könn⸗ ten, aber wenn Dir dieſes am beſten gefällt, ſo laß es ſein. Ich ſchäme mich nicht darüber, daß ich in einer ſolchen Angelegenheit wie dieſe mein Wort gebrochen habe... und jetzt iſt es genug.“
„Es iſt hart in meiner Jugend eine ſolche Erfahrung zu machen. Haben Sie auch bedacht, Onkel—“ Holts zitternde Stimme und blaßgelbe Wangen verriethen den angehenden Streit mit den wilden Gemüthsbewegungen, in welchem jedoch die Liſt ſich noch ein Verſteck ſchaffte—„haben Sie bedacht, Onkel, wie die Macht des Beiſpiels in meinen Jahren wirkt? Ich habe von Kindheit auf gelernt, daß Treue und Glauben heilige Worte ſeien, aber nach dieſer Erfahrung werde ich wohl auf beide kein großes Gewicht mehr legen. Ich ſage es gerade heraus, daß Sie mich vom erſten Augenblick an, als wir unſere erſte Reiſe zuſammen⸗ machten, aufgemuntert haben. Und dennoch ſind es jetzt der Kaufmann und der Menſch zugleich, die den armen jungen Tho⸗ ren betrügen, der ſein volles Vertrauen dahingab.“
„Supponire, wenn Du ein wenig in der Welt gelebt hätteſt, ſo könnteſt Du jetzt nicht mit ſo unpaſſenden Andeutungen kom⸗
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