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Gedanken nicht los werden, der mich beſtändig verfolgt, den Ge⸗
danken daß Du in Deinem Leben irgend eine Handlung begangen habeſt, die Du ans Tageslicht kommen zu laſſen Dich ſcheuen müßteſt. Iſt es wirklich ſo, ſo ſupponire ich, daß Du am klüg⸗ ſten handelſt, wenn Du mir Vertrauen zeigſt..... Willſt Du jetzt ſprechen?“
Holt hielt es fürs Beſte eine Miene beleidigten Stolzes an⸗ zunehmen.
MNiit großer Feierlichkeit erhob er ſich von dem Stuhl, auf welchen er ſich kaum erſt geſetzt hatte, betrachtete Moß mit einem langen, prüfenden und ernſten Blick, dann ſagte er ſo ruhig, daß er beinahe den alten Schlaukopf verblüfft hätte:
„Sind Sie Herrenhuter geworden, Onkel, oder haben Sie es paſſend gefunden ſich auf dieſe Manier Ihrem Verſprechen zu entziehen und Ihr Wort zu brechen? Die einzige Antwort, die ich Ihnen auf ein ſo merkwürdiges Verhör geben kann, lau⸗ tet ſo: Ich weiß von keiner Schuld, außer daß ich von Geburt ein ſündhafter Menſch bin wie alle Andere.“
Nun, das will ich wohl glauben,“ antwortete Moß, der die Worte nicht zu bezweifeln ſchien, aber in dieſem Augenblick
die Ueberzeugung gewann, daß Holt ein erbärmlicher Menſch ſei,
der keine Reue kenne und mit frevelhafter Frechheit auftrete. In ſeinem Innern fügte er hinzu:„Dieſes gewiſſenloſe Raubthier ſoll meine Maiblume nicht bekommen— und dann wird wohl die Stimme, die mir ins Ohr ſchreit, mich in Ruhe laſſen Nein, nein, ein Leichenplünderer ſoll mein Kind nicht berühren! Ich war ein Narr, als ich daran dachte. Aber mehr kann ich nicht thun und mehr thue ich nicht, wenn auch tauſend Stimmen mir in jedes Ohr zu ſchreien anfingen...“ Sodann begann er wie⸗ der in ſeinem gewöhnlichen Geſchäftston:„Bleib hier, dann gehe ich hin und ſpreche mit meiner Tochter.“
„Aha,“ dachte Holt,„hat doch die lange Pauſe dieſes Ende genommen... Nun, das iſt gut, das iſt gut! Mein hoher Ton


