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etwas Romantiſches von Außen, und noch weniger fand ſich die mindeſte Romantik im Innern vor— wenigſtens auf einer Seite.
Genug, wir wurden verlobt. Dennoch hätte— das habe ich mir ſelbſt geſagt— die Verlobung tauſendmal rückgängig gemacht werden können, wenn er gewollt hätte. Und die Hoch⸗ zeit, die nach ſeines Vaters Tod noch länger aufgeſchoben wer⸗ den konnte, warum hat er ſie nicht aufgeſchoben? Aber er ver⸗ langte ja im Gegentheil auf's Beſtimmteſte, daß ſie jetzt im Sommer gehalten werden ſollte, damit wir uns auf einige Monate hier in dieſer Waſſerwüſte niederlaſſen könnten.
Nachdem ich dieſe Einleitung vorausgeſchickt, ſchreite ich zu unſerm Einſteigen in den Reiſewagen.
Mama, Papa und die Mädchen, Freunde und Bekannte ſtanden da und winkten mit den Taſchentüchern. Ich ſah jedoch kein anderes Geſicht als das Deinige, gute Mama. Aber ich weinte nur innerlich, denn mein Mann ſah mir aus, als ob er
Thränen nicht liebte. Uebrigens lag in ſeinem ganzen Weſen nichts Anderes als herzliche Güte.
Die erſten Worte, die er ſprach, lauteten:
„Liebes Kind, Du brauchſt keinen unnatürlichen Muth zu zeigen— weine immerhin.“
Dieſe Worte, die er ganz ruhig und väterlich ausſprach, verdroßen mich im höchſten Grad. Er verſetzte uns dadurch mit einem Schlag in das triviale Gebiet einer wenigſtens fünfzehn⸗ jährigen Ehe. Ich, die ich erſt achtzehn Jahre zähle und von einem Roman zu träumen wagte— man hat mir ja geſagt und nachgewieſen, daß ich ſchön genug ſei um Liebe zu erwecken — ich ſollte nun auf einmal eine Art von Matronenwürde an⸗
nehmen, ſollte wie eine Frau auftreten, die ihre Jugend über⸗ lebt hat und ihren Töchtern von entſchwundenen Tagen zu er⸗ zählen weiß!
Indeſſen ſchwieg ich und unterdrückte meine ſo natürliche
Aufregung, was ihn inzwiſchen ganz und gar nicht rührte, denn


