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Holdeſte oder ſchlechtweg Prein Engel zu nennen— und ein Engel muß doch jede neuvermählte Frau für ihren Mann ſein— ſo heißt es nie anders als meine Freundin, lie⸗ bes Kind u. ſ. w.“
„Höre mich an, liebe Emilie.“
„Ja, ſiehe da, ſchon wieder Emilie— ganz ernſthaft Emi⸗ lie, daheim hieß es Mimmi. Mein Herz erinnert ſich ſo gerne dieſes freundlichen Namens.“
„Aber, lieber Schatz, Du biſt ja ein förmliches Kind, un das iſt für mich weit gewiſſer, als daß Du ein Engel biſt, was ſich in vier Tagen noch nicht ausmitteln ließ..
„Ake, Ake—“ die junge Frau ſchlug mit ſprechendem Abſcheu ihre Hände zuſammen— nlieber Schatz... haſt Du wohl je andere als geringe Leuté einander ſolche Schmeichel⸗ namen geben gehört?“„. 2
„Nun, was für Leute ſind denh eigegtlich wir?“
„Papa iſt Edelmann, Major, Ritter und Gutsbeſitzer.“
„Gutsbeſitzer— nun ja, inſofern er das Gut ſeiner Gläubiger verwaltet... aber das gehört nicht hieher.“
„O ja, denn es erinnert mich daran, daß Du eine Frau ohne Mitgift erhielteſt... Aber höre jetzt, Ake, was ich Dir erklären will, und ſchreibe Dir es wohl ins Herz. Meine Na⸗ tur iſt heftig. Ich bin ſtolz und unverträglich gegen Jedermann, wer es auch ſei, der mich vor mir ſelbſt herabſetzen will, aber ich bin ſanft und weich in der Hand Desjenigen, der mich mit Zärtlichkeit behandelt.“
„Nunz aber ſag, welche Natur nimmſt Du an, wenn Du ſelbſt Dich vor Deinem Manne herabſetzeſt?“
Emilie wurde todtenblaß. Sie zerdrückte in ihrer Hand die
reichen Locken, die ſie vorher um ihre Finger gerollt hatte. Aber
nachdem ihre Augen einige Male über das Geſicht ihres Man⸗ nes hingeſchweift, das vollſtändige Selbſtbeherrſchung ausdrückte,
drehte ſie ſich um und begab ſich ins nächſte Zimmer.
1 Eqrlen, ein Handelshaus in den Scheeren. 1. 2
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