Nachdem es ſo weit gediehen war, entſtand zunächſt die Frage, welcher Weg jetzt eingeſchlagen werden ſolle.
Ein Roman aus dem Salonsleben?
Aber— ich war ja ſchon ſo lange in keine Geſellſchaft mehr gekommen, daß ich mich ohne Zweifel in meinem eigenen Buch, wenn es ſich im Salonsleben bewegen ſollte, eben ſo we⸗ nig heimiſch fühlen würde, als jetzt in dieſem Leben ſelbſt.
Ein Tendenzroman?
Nein— ich erinnere mich, daß man mir, als ich einmal einen ſolchen ſchrieb, mein Erbrecht nicht blos auf dieſe Welt, ſondern auch auf eine andere rauben wollte.
Alſo kein Salon— und kein Tendenzroman... Ueberdies mag jeder Charakter ſeine eigene Tendenz entwickeln.
Das ländliche Volksleben iſt allerdings reich ſowohl an Eigenthümlichkeit als an Stoffen. Aber wenn man es in ſeiner ungeſchliffenen Einfachheit vorführte, ſo dürfte das Publikum, das ſeine Reminiscenzen aus der merkwürdigen Art und Weiſe ſchöpft, wie es auf unſern Theatern wiedergegeben wird, in dem wahren Bild ein falſches zu bekommen glauben.
Alſo auch kein Volksleben.
Ueber ſolchen Erwägungen ſchloßen ſich meine müden Au⸗ genlider; und während ich mich immer mehr von den ungewöhn⸗ lich bunten Gedanken abgeſondert fühlte, in denen ich ſo eben gelebt, tauchten allmählig Bilder aus meiner Kindheit in dem patriarchaliſchen Handelshauſe auf, das an einem der Ufer, wo des Skageraks dunkelblaues Waſſer ſeinen Silberſchaum empor⸗ ſchleudert, ſtand und zum größten Theil noch ſteht.
O meiner Kindheit Welt— deine Ufer ſcheinen denjenigen


