Teil eines Werkes 
Sammlung 4 : 5 (1826) Die Versuchung
Entstehung
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ich am Ende wegſehen mußte, um nicht Herz⸗ weh zu bekommen. 4 In meinem Exemplar vom Cicero uͤber die Freundſchaft ſtand freilich von derlei Mor⸗ genkuͤſſen keine Silbe, und mein Glaube an die Unverfaͤlſchtheit dieſes Freundſchaft⸗Ver⸗ haͤltniſſes wollte in mir etwas ſchwankend wer⸗ den; indeſſen konnte ich mir nicht laͤugnen, daß ich in der ganzen weiten Welt nichts huͤbſchers gewußt, und nichts mehr gewuͤnſcht haͤtte, als auch eine ſolche Freundin zu haben, mich alle Morgen, in einem ſo niedlich ge⸗ ſchmuͤckten Stuͤbchen, von ſolch einem bluͤthen⸗ weißen Himmelskinde umfangen, und von ſol⸗ chen ſchwellenden Purpurlippen kuͤſſen zu laſſen. Hoͤchſt uͤberraſchend war es mir in dieſem Augenblicke, daß Joſephine nach dieſer, mir bis in das Mark und Bein gedrungenen Be⸗ gebenheit, an ihr Buͤcherſchraͤnkchen ging, ein in ſchwarzen Korduan gebundenes, und mit dem Titel: Marezolls Predigten, ver⸗ ſehenes Buch holte, und zum Grafen, auf das Buch zeigend, ſagte: Du haſt doch Zeit, mein Morih? Gleich, Engelskind, verſetzte der Graf, zog