Teil eines Werkes 
Sammlung 4 : 5 (1826) Die Versuchung
Entstehung
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117 dern weil er fuͤr die tauſend Gefälligkeiten, durch die er taͤglich ſich mir verpflichtet, auch noch nicht eine von mir verlangt hat, die das ſchuldloſe Maͤdchen dem ſchuldloſen Manne nicht gewaͤhren koͤnnte. In ſeiner Seele iſt kein unzarter Gedanke, in ſeinem Herzen kein unkeuſches Gefuͤhl; doch, ſetzte ſie, ſich ſelbſt belaͤchelnd, ſanft hinzu, und ſtand anf: ich ſchreite uͤber die Grenze des Schicklichen, wenn ich, Ihnen fremd, im Lobe deſſen zu warm werde, der mir das Liebſte auf dieſer Erde iſt. Nehmen Sie das, was ich uͤber ihn ſprach, fuͤr nichts als fuͤr die lauterſte Dank⸗ barkeit. Dieſe ſoll ja eine Tugend ſeyn; nein, das iſt ſie nicht; danken und denken, es iſt ja faſt ein Laut; ich muͤßte nicht Menſch ſeyn, ich muͤßte nicht denken koͤnnen, wenn ich nicht erkenntlich waͤre. Er iſt mir alles; mein Beſchuͤtzer, mein Lehrer, mein Rathgeber, mein Bruder, mein Freund! Ich hoͤre ihn eben kommen!

Die Außenthuͤre rauſchte auf.

Mir war wie einer Maus, welcher die Katze uͤber den Hals kommt, und die das Schlupfloch nicht zu finden weiß. Traf der