Teil eines Werkes 
Sammlung 4 : 5 (1826) Die Versuchung
Entstehung
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ſen duͤrfte, wenn Sie verlangten, daß er das Band, das er fuͤr den Augenblick geknuͤpft hat, fuͤr die Dauer ſchuͤrzen ſolle?

Komiſch genug, antwortete ſie, und ſenkte das erroͤthete Geſicht auf den Buſen nieder: ſehr komiſch, daß Sie mich das fragen, und daß ich Ihnen, dem Steinfremden, darauf antworten ſoll; aber es iſt mir, als ſpraͤche ich mit einem alten Jugendbekannten, wenn ich Sie ſehe, und daß Sie es gut mit mir meinen, hoͤre ich aus Ihrer Frage. Sie ſchei⸗ nen, fuhr ſie verlegen laͤchelnd fort, und ſchenk⸗ te mir eine Taſſe Kaffee ein: mit dem Thea⸗ terleben noch nicht bekannt zu ſeyn. Ein jun⸗ ges Maͤdchen, das ganz allein ſteht, kann ohne Freund ſich nicht halten; ſie kommt ſonſt in tauſend Unannehmlichkeiten, und bei der Schlechtigkeit der Maͤnner, die einer Schau⸗ ſpielerin, und vornehmlich einer Taͤnzerin, alle moͤgliche Erbaͤrmlichkeiten zumuthen, hat ſie faſt taͤglich Antraͤge zu befuͤrchten, die nur den Verworfenſten unſers Geſchlechts annehmbar ſeyn koͤnnen. Schaͤmte ich mich nicht vor mir ſelber, ich koͤnnte Ihnen in allen lebenden Sprachen von Maͤnnern der erſten Staͤnde, 8