Teil eines Werkes 
Sammlung 4 : 4 (1826) Wilhelms Tage der Kindheit und Munter ist die Hauptsache
Entstehung
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Ich erſtarrte vor Schreck und Freude. Alſo hatte doch die ehrliche Bettmeiſterin Wort ge⸗ halten.

Im Gehen nach dem nahen Schloſſe wie⸗ derholte ich die Regeln meines Herrn Victorieux uͤber die Verbeugung und den Anſtand vor Leuten hoͤhern Ranges; klemmte meine wieder rege werdende Bloͤdigkeit in ihre Schranken, und ſann auf eine ſchickliche Anrede. Ich war im Geiſte ſchon recht zufrieden mit mir, und folgte dem ſchweigend vor mir hergehenden Be⸗ dienten, mit ziemlicher Faſſung.

Aus dem Schloßhofe fuͤhrte eine große Prachttreppe in das erſte Geſchoß. Wir gin⸗ gen durch zwei, drei Zimmer, und einen gro⸗ ßen Saal. Die bedeutende Hoͤhe und Weite, der glatte Fußboden, die vielen, bis zur Decke reichenden, Wandſpiegel, die großen Fluͤgelthuͤ⸗ ren, die ringsherum haͤngenden Schildereien, die prachtvollen Meubles, die Stille in den Gemaͤchern, das leiſe Auftreten des durchaus ſtummen Livree⸗Bedienten ſo klug ich vor⸗ hin zu den Tulpen geſprochen, ich haͤtte jetzt mit keinem Gaͤnſebluͤmchen reden koͤnnen, ſo befangen war ich durch das alles geworden.