Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 4 (1823) Das Dijon-Röschen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

249 der Eltern in Kenntniß zu ſetzen; und weil ſie der Zuverlaͤſſigkeit ihrer Feder in derlei Dingen doch nicht recht trauten, ſo hatte mein ehrlicher, lieber Stremler, der mit im Komplot ſtak, die honette Einrichtung getroffen, ihre an mich ge⸗ ſandten Briefe ſich von dem Kaͤferlinger Poſt⸗ amte wieder ausliefern zu laſſen. Damit ich je⸗ doch uͤber das Ausbleiben ihrer Briefe nicht un⸗ ruhig werden, noch an der Dauer ihrer Liebe zweifeln ſolle, hatte ſie mir heimlich, per Eſta⸗ fette, den lakoniſchen, in meiner damaligen Stimmung mein Innerſtes empoͤrenden Brief geſchrieben.

Jetzt jetzt hatte ich den Schluͤſſel zu Allem, und mein zauberholdes Maͤdchen im Arme.

Acht Tage ſpaͤter rief uns zur ſelbigen Stunde das herrliche Feſtgelaͤute unſerer Kirche zum Trau⸗ altar. Halb Kaͤferlingen fuͤllte den ſchoͤnen, ein⸗ fachen Tempel, in deſſen Grundfeſten ſein Er⸗ bauer, der verewigte edle Graf, der Stifter un⸗ ſeres Gluͤckes, nach geſegnetem, thatenvollen Le⸗ ben, der Ruhe des Grabes genoß. Im dichteren Kreiſe um uns herum aber ſtanden ſaͤmmtliche Gemeinden der ganzen Herrſchaft. Alles Gaͤſte