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der jungen Graͤfin, und darum in hochzeitlichen Kleidern und ſtattlich geſchmuͤckt. Und als das
Lied, mit dem uns die Verſammlung im Got⸗
teshauſe empfing, geendet hatte, und die Toͤne der praͤchtigen Orgel im weiten hohen Raume verklungen waren, da trat der Graf auf die un⸗ terſte Stufe des Altares, und ſtellte den Schul⸗ zen und Gerichten und ihren ſie umringenden Ge⸗ meinen, Klotilden als ſeine Tochter und ihre Herrin vor, und ſagte ihnen in einfachen Wor⸗ ten, daß er Klotildens Herzen, aus Gruͤnden eigener Erfahrung, freie Wahl gelaſſen, und daß ſie ihre Hand mir gelobt habe. Sein verſtorbe⸗ ner Vater, die hier an heiliger Staͤtte verſam⸗ melten Gerichts⸗ und Obrigkeitlichen Behoͤrden, und ſaͤmmtliche Guts⸗Einwohner haͤtten mein Lob einſtimmig ausgeſprochen, und darum ſegne er mit vollem Herzen den Bund, den Unſchuld und Liebe geſchloſſen, und bitte jetzt den Diener Got⸗ tes, uns im Namen des Allliebenden die from⸗ me Weihe der Kirche zu geben.—
Klotilde ſank mit mir zu des Vaters Fuͤßen nieder; wir umſchlangen dankbar ſeine Kniee.
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