Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 4 (1823) Das Dijon-Röschen
Entstehung
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Eigener, herzlicher Antheil an dem bis jetzt faſt verwaiſ't geweſenen Kinde ihres geliebten Mannes, und, wie die Graͤfin ſelbſt geſtand, die Neugierde, zu wiſſen, ob das Maͤdchen wirk⸗ lich ſo reizvoll ſey, als Frugoni es malte, hatte ihr den Vorſchlag in die Seele dictirt, unverzuͤg⸗ lich nach Deutſchland zu reiſen, und der liebende Vater war entzuͤckt geweſen, das geheime Ver⸗ langen ſeiner Sehnſucht von der angebeteten Frau ſo zart unterſtuͤtzt zu ſehen.

Beide hatten geglaubt, mich hier an Klotil⸗ dens Seite zu finden; indeſſen war ich beim Va⸗ ter noch mehr im Preiſe geſtiegen, als er hoͤrte, daß ich die Seligkeit der Brautwochen, meiner Pflicht gegen ihn und ſeine Auftraͤge, zum Opfer brachte. Klotilde hatte mit kindlicher Offenheit die Geſchichte der letzten Tage erzaͤhle vom Va⸗ ter den Segen zu ihrer Verbindung mit mir, wiederholentlich erhalten, und die junge Graͤfin, die mit Klotilden bald ein Herz und eine Seele war, hatte ſich ausbedungen, die Ausrichtung

unſerer Hochzeitfeier allein uͤbernehmen zu duͤrfen.

Ich hatte mit allen den Herrlichkeiten uͤberraſcht werden ſollen, darum war Klotilden auf das ſtrengſte unterſagt worden, mich vom Hierſeyn