Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 3 (1823) Der Blutschatz
Entstehung
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geſehen, aber ſie konnte vor Schreck keinen Laut uͤber die Lippen bringen; ſie ſtarrte die Todten⸗ geſtalt an; dieſe aber hob die Hand, zeigte auf eine graͤßliche weit von einander klaffende Wunde im blutigen Schaͤdel, und winkte ihr ſchweigend und bedeutſam.

Klotilde fuhr vom Lager in die Hoͤhe, da ſtieß die Todtengeſtalt einen lauten Schrei aus, das Blut ſchoß ſtromweiſe aus der Wunde. Klo⸗ tilde ſchlug die Augen auf, das Traumbild war verſchwunden, aber ein gellender Schrei, wie ſie ihn vorhin im Schlafe hoͤrte, fuhr ihr durch die Seele; es war beſtimmt Nicolas Stimme.

Mein Gott im Himmel, was iſt das? rief ſie und raffte ſich auf. Mann Rauhenfeld hoͤrſt Du nicht? Rauhenfeld Rau⸗ henfeld! Sie flog aus dem Bette, warf den Mantel um, eilte zu des Mannes Lager, und fand es leer. Jetzt ſchrie es zum dritten Male es war Nicolas Stimme.

Gott und Herr, was iſt das! rief Klotilde haͤnderingend, und ſtuͤrzte, mehr todt als lebendig, nach Nicolas Zimmer.

Mein Heiland und mein Gott, ſchrie die Ungluͤckliche und flog zu dem Bett, auf dem